Jedes Jahr knallt es in der Nacht zum 1. Januar. Der Himmel erstrahlt in bunten Farben. Volksstimme-Redakteur Tobias Dachenhausen sprach mit Pyrotechniker Wolf-Ekkehard Elz über die Faszination Feuerwerk und warum es an Silvester etwas lauter sein darf.

Volksstimme: Herr Elz, was machen Sie zu Silvester?

Wolf-Ekkehard Elz: Ich werde beruflich nicht unterwegs sein, wenn Sie das meinen. Ich werde es ganz gemütlich mit der Familie verbringen. Für die Kinder stelle ich vielleicht eine kleine Fontäne auf, aber mehr auch nicht.

Wie stehen Sie denn zu Böllern und Raketen?

Es ist doch eine schöne Tradition. Feuerwerk macht Spaß und bereitet Freude. Natürlich kann es seine Schattenseite haben, darum empfehle ich, Feuerwerk nur in einem Fachhandel zu kaufen und sich an den aufgedruckten Sicherheitshinweisen auch zu halten. Und wenn ich damit hantiere, sollte kein Alkohol im Spiel sein.

Als Pyrotechniker haben Sie das ganze Jahr über mit Feuerwerk zu tun. Was unterscheidet denn ein spektakuläres von einem normalen privaten Feuerwerk?

Es muss vor allem groß sein. In seinen Dimensionen muss es die privaten Feuerwerke überstrahlen. Am Himmel müssen viele schöne Bilder gezeichnet werden. An Silvester sollen ja die bösen Geister vertrieben werden, darum darf es dann auch mal lauter sein.

Wie kann denn auch ein privates Feuerwerk zu Silvester zu einem kleinen Kunstwerk werden?

Dafür benötigt es erstmal viel Platz. Man kann schon viel erreichen, wenn man mehrere Batterien von verschiedenen Positionen aus zündet. Wenn man zu zweit ist, sollte man am Anfang bunte bengalische Feuer nutzen, dann Vulkane einsetzen und zum Abschluss Fächerbatterien nutzen, aber auch das kostet sein Geld. Natürlich gibt es auch ein Komplettfeuerwerk für den privaten Gebrauch, aber da kann man seine Kreativität nicht ausüben.

Zählen Sie ihre Feuerwerke?

Ich führe keine Strichliste, es müssen hunderte Feuerwerke gewesen sein. Alleine für Hochzeiten machen wir mittlerweile 50 bis 60 im Jahr. Da kommt einiges zusammen.

Sie sind viel unterwegs, waren im Sommer auch in Nie-gripp, bleiben da Feuerwerke in Erinnerung?

Wenn die Kulissen auffällig sind, bleibt es immer in Erinnerung, so wie am Niegripper See oder auf der Burg Giebichenstein. Hier braucht es dann aber auch mal bis zu zwei Tage allein für den Aufbau. Ich mag die so genannten Pyro-Musicals. Wo die Bilder am Himmel auf den Texten im Lied zugeschnitten sind. Das bedeutet, wenn im Lied von einem Regenbogen gesungen wird, dann muss auch einer am Himmel zu sehen sein. Da denk ich zum Beispiel an das Lied "My Way", das wir auf der Saale interpretiert haben. Aber natürlich auch dann, wenn sich die Figuren am Himmel in einem See widerspiegeln. Das sind einfach wunderschöne Bilder.

Was kostet so ein spektakuläres Schauspiel?

Der Satz, je länger desto teurer, stimmt nicht immer. Fünf Minuten können auch ganz schnell mal 30000 Euro kosten. Es ist natürlich immer von der Größe abhängig. Aber ein gutes professionelles Feuerwerk kostet 1000 Euro. Nach oben sind natürlich keinerlei Grenzen gesetzt.

Was macht für Sie, die Faszination Feuerwerk aus?

Es hört in dem Moment auf, wo es am schönsten ist. Das hat man einfach ganz selten im Alltag. Mit dem Feuerwerk habe ich die Möglichkeit, Feuer einzusperren und es zu erzeugen, das macht es so spannend. Ich kann damit Figuren erschaffen und Emotionen wecken.

Werden Sie im kommenden Jahr wieder in Niegripp sein?

Das steht noch nicht ganz fest, aber das Interesse ist da. Wir werden uns wohl Anfang des neuen Jahres darüber austauschen.

Mehr Informationen finden Sie auf www.pyroevent-feuerwerk.de.

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