Die Adventszeit ist zu Ende gegangen und damit auch die diesjährige Ausgabe der Kulturreihe "Zeppernicker Adventslese". Zeit also für einen Rückblick und einen Ausblick auf andere kunstreiche Jahreszeiten.

Zeppernick l An den vier zurückliegenden Adventstagen hatte der Zeppernicker Schriftsteller Ludwig Schumann mit der Bürgerinitiative "Unsere schöne Heimat" zu Lesungen im Alten Pfarrhaus sowie in Pfeiffers Mühle eingeladen, um dort Kultur in kleinem, aber feinem Rahmen zu präsentieren.

Mit dem Ergebnis ist Schumann rückblickend zufrieden: "Mit jedem Sonntag kamen mehr Leute und sie kamen nicht nur aus dem näheren Umfeld des Ortes", freut sich Schumann. "Ich war überrascht über die für eine Lesereihe auf dem Lande teils große Resonanz. Es scheint hier einen Bedarf zu geben, der sich auch in den vielen Gesprächen vor und nach der Veranstaltung ausdrückt", sagt Schumann. Gezählt werden die Teilnehmer an den Abenden nicht. Es spielt eigentlich keine Rolle, ob nun zwei oder 20 kommen.

Am 4. Advent, der abschließenden Lesung dieser Reihe 2014, kamen über 20 Menschen. Eingeladen zum Lesen war die Geschäftsführerin des Vereins "Gartenträume - historische Parks in Sachsen-Anhalt", Felicitas Remmert. Mit zwei Bekannten gab sie eine sächsisch-kölsche Variante des Botanischen Weihnachtsdramas "Erna, der Baum nadelt". Dazu gab es Zitate von Astrid Lindgren zu Garten und Natur.

Dass es bei den Adventslesungen nicht nur ums Lesen geht, ist treuen Besuchern bekannt. Immer wieder gesellen sich Musiker zu den Vorlesenden. Am vierten Advent gab es dennoch eine Premiere: Caspar Weimann führte in überzeugender Weise das Ein-Personen-Stück "Das Katzenhaus" nach dem russischen Kinderbuch von Samuel Marschak auf. Caspar Weimann studiert in Rostock Schauspiel. Sein Vater, der Liedermacher Edgar Weimann, war schon häufig in Zeppernick zu Gast.

Zu den weiteren Gästen der 2014er-Ausgabe zählten der Volksstimme-Leser-Obmann Peter Wendt, Elke Lu¨decke, Direktorin des Landesfunkhauses Magdeburg, und Michael Marquardt, der Geschäftsfu¨hrer der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt. Bei der Auswahl seiner Lesenden und Künstlern lässt sich Ludwig Schumann von seinem Bauchgefühl leiten, sagt er. Interessant wird es immer dann, wenn Leute lesen, die man eigentlich aus anderen Bereichen kennt und die sich in Zeppernick von einer völlig neuen Seite zeigen.

Seit 2006 finden solche Lesungen im Pfarrhaus statt. Zuerst an allen Dezemberabenden, im Jahr 2013 nur an den Adventswochenenden, zuletzt nur an den Adventssonntagen.

Wie es im Advent 2015 laufen wird, ist noch völlig offen. Fest steht nur, die Serie wird fortgesetzt.

Vor den winterlichen Advent hat der liebe Gott jedoch den Sommer gesetzt. Für Zeppernick bedeutet das konkret, dass die hiesige Kirchengemeinde zum "Zeppernicker Kultursommer" einlädt. Im Rahmen der Kulturreihe wird unter anderem der evangelische Theologe und Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer zu Gast sein.