In Loburg will eine Handvoll Ehrenamtlicher einen seit Jahren aufgegebenen und verwilderten Friedhof soweit wieder herrichten, dass er als Gedenkstätte genutzt werden kann.

Loburg l Seit zwei Jahren gibt es den Plan einiger Loburger, den verlassenenen und zugewucherten Friedhof von Padegrim irgendwie so herzurichten, dass man den Platz aufsuchen kann, ohne in verborgene Löcher zu stürzen oder an Ranken hängen zu bleiben.

Der Friedhof von Padegrim, das ist eine kleine, dreieckige Fläche von 2800 Quadratmetern zwischen Grünschnittplatz und der neuen Nussbaumplantage am Ortsausgang Loburg Richtung Möckern. Zum Gedenken der hier Bestatteten Loburger kommt schon lange keiner mehr. Letztmalig wurde im Jahre 1940 eine Beerdigung durchgeführt. Der Gottesacker ist 2012 entwidmet worden. Mutter Natur hat sich der Fläche längst auf ihre Weise wieder angenommen.

"Es sind aber doch unsere Vorfahren, die da liegen", sagen einige interessierte Loburger und wollen das Fleckchen herrichten. Zu ihnen zählen etwa das Loburger Ortschaftsratsmitglied Andreas Vogler und Dr. Ulrich von Wulffen. Sie setzten sich mit dem Ökologischen Beirat zusammen und grübelten, wie eine Gedenkstätte aussehen könnte. Der Ökologische Beirat hatte den ehemaligen Bestattungsort erfasst und mögliche Gestaltungsvarianten vorgeschlagen. Eine Idee: Statt der aufwändigen Erhaltung einzelner Gräber könnten die noch verwendbaren Grabsteine zentral an einer Stelle auf dem Friedhof konzentriert werden. Damit wäre das Gedenken und auch die Wu¨rde eines alten Friedhofs bewahrt.

Der Ortschaftsrat befürwortete das Vorhaben im Herbst 2012, zudem das Ganze die Stadt Möckern nichts kosten sollte. Doch dann tat sich lange nichts. Nachfragen gab es immer wieder mal im Ortschaftsrat, doch die Initiatoren verwiesen auf laufende Vorbereitungen. Nun ist wieder sichtbar Bewegung in die Angelegenheit gekommen.

Lange passierte nichts

Die Padegrim-Freunde haben ein Konzept der Landschaftsgestalterin Ulrike Bischoff vorgelegt. Nach Aussage von Ulrich von Wulffen ist nun noch einmal der Loburger Ortschaftsrat gefragt: "Nach Rücksprache mit der Unteren Naturschutzbehörde im Jerichower Land ist es für eine Genehmigung notwendig, dass der Ortschaftsrat hierzu einen Beschluss fasst, denn das Grundstück gehört ja der Stadt Loburg."

Der Ortschaftsrat - so die Vorstellung der Initiatoren - möge zeitnah beschließen, dass der Friedhof Padegrim entsprechend des Konzepts umgestaltet wird. Mit der Umgestaltung sollen die Rittergut von Barby GbR und die Theresienhof Landwirtschafts GbR beauftragt werden. "Die beiden Auftragnehmer erfüllen die Umgestaltung für die Stadt Möckern und Loburg kostenfrei und werden sich bei der Umgestaltung ständig mit dem ökologischen Beirat der Stadt Loburg abstimmen. Über den Fortgang der Arbeiten wird der Ortschaftsrat zeitnah informiert", lautet der Vorschlag.

Grabsteine an einer Stelle

Das vorgelegte Entwicklungskonzept erfasst den immensen Wildwuchs, der sich in den vergangenen Jahrzehnten des Friedhofes bemächtigt hat. "Um den Friedhof langfristig zu erhalten und den Pflegeaufwand so gering wie möglich zu gestalten, ist ein Zurückdrängen des Robinienaufwuchses sowie die Etablierung heimischer Gehölze und Bäume notwendig, die eine Wiederausbreitung der Robinie verhindern. Weiterhin sind die alten Grabplatten zu sichern und in einer Form wieder aufzustellen, die vor Beschädigungen, etwa durch Pflegemaßnahmen schützt", heißt es da.

Der Robinienaufwuchs sei inklusive Wurzel vollständig zu entfernen. Stattdessen solle der Friedhofrand mit Winter-Linden bepflanzt werden. Am Ende des Weges, an der Stelle wo sich bereits zahlreiche alte Grabplatten befinden, soll eine erhöhte dreieckige Fläche als Pyramidenstumpf angelegt werden sowie die Längsseite mit Eiben bepflanzt werden. Davor soll als Kontrast ein Trompetenbaum als Stammbusch wachsen. Auf der erhöhten Fläche sind die Grabplatten versetzt aufzustellen und zu befestigen. Der Zwischenraum ist mit Efeu zu bepflanzen, um den Krautbewuchs zu unterdrücken, der ansonsten eine regelmäßige Mahd erforderlich machen würde. Alternativ könne man die Zwischenräume mit kleinen "Findlingen" abdecken.

Die übrige Freifläche sollte einmal im Jahr gemäht werden und der Grünschnitt abtransportiert werden. Dadurch sollten sich artenreichere Offenlandbiotope ausbilden und die Wiederausbreitung der Robinie wird verhindert. Wenn möglich sollte der Zufahrtsweg als Rasenweg kurz gehalten werden. Das Konzept geht von zehn bis zwölf Mahdgängen pro Jahr aus. Für die Rodungs-, Pflanz- und Pflegemaßnahmen während der ersten fünf Jahre werden Nettobaukosten von etwa 12 000 Euro veranschlagt.