Die Arbeiten an der neuen Kindertagesstätte "Gänseblümchen" von Hohenwarthe neigen sich ihrem Ende entgegen. Da die ursprüngliche Kostenschätzung zum Schluss nicht aufging, müssen 50 000 Euro zusätzlich in den Bau gesteckt werden.

Hohenwarthe l Mit 17 Ja-Stimmen, zwei Enthaltungen und einer Neinstimme ist der Beschluss zur überplanmäßigen Ausgabe in Höhe von 50 000 Euro als Investitionszuschuss an das Deutsche Rote Kreuz als Träger der Kindereinrichtung angenommen worden.

Doch die Räte wollten schon ganz genau wissen, wie es zu dieser doch nicht unerheblichen Kostensteigerung gekommen war. Schon in der Sitzung des Bauausschusses war eine aussagekräftige Kostenübersicht gefordert worden. Denn die Gemeinde hatte bereits zu Beginn des Jahres 2014 den Ersatzneubau der Kindereinrichtung mit 135 000 Euro finanziell untermauert.

Zunächst gab es nur eine grobe Kostenschätzung

Dazu standen auf der Ratssitzung der Architekt Bert Helbig und DRK-Vorstand Andy Martius zur Verfügung. Martius skizzierte zunächst in groben Zügen die kurze, aber arbeitsreiche Historie des Planungs- und Baugeschehens.

Zu Beginn 2014 standen unerwartet 306 000 Euro Fördermittel aus dem Krippenbauprogramm zur Verfügung. Das DRK meldete Interesse an. Doch alles musste ganz, ganz schnell gehen, um die Mittel in Anspruch nehmen zu können. Grundlage für die Baugenehmigung, die nach drei Wochen vorlag, war eine Kostenschätzung des Architekten, der die 252 Quadratmeter für den Neubau des Kripppenbereiches zu den üblichen Kosten solcher Einrichtungen hochrechnete. Dabei war ein Betrag von 440 000 Euro herausgekommen. Nach konkreten Planungen nach gesetzlichen Vorgaben für Kindereinrichtungen und der Erarbeitung der Leistungsverzeichnisse war man dann auf einen Betrag von 535 000 Euro gekommen, der jedoch durch Einsparungen - zum Beispiel der Baustraße und bestimmter Ausstattungspositionen - auf 525 000 abgeschmolzen werden konnte.

Nach Begleichung der ersten Rechnungen ergab sich nun eine Differenz in Höhe von 45 000 Euro für den Neubau und von 5000 Euro für die Sanierung des alten Gebäudeteiles.

Den Gemeinderäten war klar, dass eine Blockierung des Baus nicht in Frage käme. Doch sie wollten auch eine eindeutige und unumstößliche Aussage darüber, ob damit nun der Bau zu Ende geführt werden kann oder in ein paar Wochen weitere finanzielle Ansprüche gestellt werden. Peter Hammer und Frank Winter fragten klar und deutlich: "Wenn wir heute die 50 000 Euro beschließen, reicht das oder muss nach Fertigstellung des Baus noch einmal nachgelegt werden?"

"Nein, das reicht aus", antwortete der Architekt Peter Helbig.

Auf der Sitzung wurde bekannt gemacht, dass die neue Kindereinrichtung am 12. Januar übergeben werden soll. Mit der Fertigstellung steigt die Betreuungskapazität des "Gänseblümchens" von 70 auf 90 Kinder, davon 34 Krippenkinder. Es ist absehbar, dass bereits im Mai diese Kapazität erreicht wird.