Die Straftaten in der Schartauer Straße in Burg wurden halbiert. Zu dem Ergebnis kommt das Polizeirevier Jerichower Land nach der Auswertung der fünf Kameras in der Burger Innenstadt. Bis Juni 2015 wird die Videobeobachtung zumindest am sowjetischen Ehrenmal fortgesetzt.

Burg l Gleich zweimal konnte die Videobeobachtung der Polizei in der zu Ende gehenden Woche helfen. Aktuellstes Beispiel ist ein Diebstahl am frühen Dienstagmorgen in einem Elektrofachgeschäft am Gummersbacher Platz. Eine männliche Person schlägt mit einem Papierkorb ein Loch in die Schaufensterscheibe und stiehlt Mobilfunkgeräte. Die Aufnahmen werden gesichert und die Person wird zur Fahndung ausgeschrieben. Erst wird intern geprüft, dann können die Aufnahmen auch für eine Öffentlichkeitsfahndung genutzt werden. Doch: "Er ist auch einigen Zeugen begegnet, die sich hoffentlich bei uns melden", erzählt Polizeisprecher Thomas Kriebitzsch. Am Montag fing die Kamera zwei Jugendliche ein, die am sowjetischen Ehrenmal im Burger Goethepark mit Pyrotechnik hantierten. Die Polizisten kannten den 18- und den 20-Jährigen, ahndeten die Ordnungswidrigkeit und ließen sich die restlichen Böller übergeben.

Zwei Vorfälle, die kein Zufall sind. Seit Mai läuft die Videobeobachtung in der Burger Innenstadt. Fünf Kameras stehen am und gegenüber des Burger Polizeireviers mit Blickrichtung zum Gummersbacher Platz, am Goethepark-Center, am Magdalenenplatz, am Markt und am sowjetischen Ehrenmal und laufen 24 Stunden. Die Aufnahmen werden 72 Stunden gespeichert und sukzessive überschrieben. Es sei denn eine Straftat wird gefilmt, dann kann diese Datei gespeichert werden, wie im Fall des Handydiebes.

Die Kameras sollen in erster Linie einen präventiven Charakter haben. Das hat sich seit Mai bis Ende Dezember auch deutlich gezeigt. Waren es im gleichen Zeitraum 2013 im Bereich der Schartauer Straße noch über 100 Straftaten, sind es mit den Kameras nur noch knapp über 50 gewesen. "Das ist ein wirklich signifikanter Unterschied", sagt Kriebitzsch. Besonders deutlich wird der Unterschied bei der Anzahl der Fahrraddiebstähle in diesem Zeitraum in der Schartauer Straße. Waren es 2013 über 30, konnten 2014 nur noch zwei festgestellt werden.

Der Polizeisprecher spricht von einem sehr erfolgreichen Einsatz der Videotechnik. "Für Besucher und Geschäftsinhaber hat sich die Situation dort spürbar verbessert", so Kriebitzsch.

Kameras bleiben länger

Zudem würden die Aufzeichnungen die Ermittlungen entsprechend vereinfachen. "Es ist ein probates Mittel in sensiblen Bereichen, die kriminalitätsbelastet sind, für ein Stück Sicherheit zu sorgen", macht Kriebitzsch deutlich. Darum blieben die Kameras auch länger in Burg hängen. Geplant war es, die Kameras ein halbes Jahr auszuprobieren, doch die Zahlen haben dazu geführt, dass die Kameras in der Schartauer Straße bis Ende März 2015 und am sowjetischen Ehrenmal im Goethepark bis Juni 2015 bleiben.

"Wir müssen den Einsatz der Kameras und die Verlängerung um ein halbes Jahr immer begründen und mit Zahlen belegen", erklärt Kriebitzsch. Eine Ausweitung der Videobeobachtung auf andere Bereiche des Jerichower Landes sei noch kein Thema. "Stellen wir einen weiteren Schwerpunkt fest, würden wir das natürlich angehen. Es ist letztendlich ein Prozess, der sich entwickeln muss und in Burg hat das bislang sehr gut geklappt."

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