Mit dem Beschluss der Richtlinie für den Seniorenbeirat der Stadt Gommern hat der Stadtrat im Dezember die Grundlagen geschaffen. Der Beirat soll von der Wohn- und Baugestaltung bis zum Zusammenleben der Generationen wichtige Hinweise geben.

Gommern l Statt eines Seniorenbeirates würde ein Seniorenstammtisch analog zum Unternehmerstammtisch ausreichen, wiederholte Walter Schmidt, Vorsitzender der Fraktion SPD/Grüne, seine bereits im Hauptausschuss vertretene Meinung. "Ich kann nicht erkennen, wofür wir einen Seniorenbeirat brauchen." Vor allem nicht, weshalb der Beirat zwölf Mitglieder haben soll. "Sechs würden ausreichen."

Die Zahl zwölf wurde gewählt, um allen Ortschaften die Möglichkeit zu geben, ein Mitglied zu entsenden. "Wenn wir keine zwölf Leute finden, dann hat der Seniorenbeirat weniger Mitglieder", sagte Jürgen Michalek (CDU).

So ruhig bleiben konnte Bürgermeister Jens Hünerbein nach der ausführlichen Diskussion um einen Seniorenbeirat für die Stadt Gommern im Vorfeld der Stadtratssitzung nicht. Er verwies explizit darauf, dass Gommern eine Einheitsgemeinde mit zwölf gleichberechtigten Ortschaften sei. "Mit der gewollten Änderung stellt sich für mich die Frage, ob die SPD-Fraktion den Gedanken der Einheitsgemeinde weiter trägt."

Der Antrag, die Zahl von zwölf auf sechs zu reduzieren, fand unter den Mitgliedern des Stadtrates keine Zustimmung.

Für Matthias Fickel, Vorsitzender der CDU-Fraktion, entstand die Frage, ob andere Ortschaften einen zweiten Vertreter entsenden könnten, wenn eine Ortschaft keinen Interessenten habe, eine andere jedoch mehrere. Dieser Antrag fand im Stadtrat ebenfalls keine klare Mehrheit.

Früher oder später käme auch die Frage nach einer Aufwandsentschädigung für die im Seniorenbeirat tätigen Frauen und Männer auf, äußerte Walter Schmidt ein weiteres Bedenken. Zudem würden mindestens Verwaltungskosten entstehen.

Es ist laut Bürgermeister vorgesehen, den Seniorenbeirat mit 300 bis 500 Euro aus den Ortschaftsratsmitteln für Gommern auszustatten. Das ist keine zusätzliche Ausgabe.

Die Richtlinie für den Seniorenbeirat ist schießlich mit 20 Ja-Stimmen bei sieben Enthaltungen bestätigt worden.