Für 240 000 Euro ist die Burger St.-Petri-Kirche im letzten Jahr saniert worden. Heiligabend konnte die evangelisch-reformierte Gemeinde ihr Gotteshaus wieder in Besitz nehmen.

Burg l Warm und hell, das war der erste Eindruck, den die Gottesdienstbesucher am Heiligen Abend, dem Tag der offiziellen Wiedereinweihung nach der Bauphase, von der sanierten Kirche bekamen. LED-Licht und weniger Wärmeverlust durch das neue Dach und die restaurierten Fenster bewirkten dieses Empfinden. Aber auch die Maler haben ihren Anteil an dem gemütlichen und gleichzeitig festlichen Eindruck, den die Kirche in ihrem Inneren nun vermittelt.

Die Sanierungsarbeiten, die umfangreichsten seit 100 Jahren, hatten im Frühjahr mit einer Baugrunduntersuchung begonnen und liefen dann im Juni richtig an. Größter Brocken war die Dachsanierung. Bevor die Dachkonstruktion mit neuen Ziegeln eingedeckt werden konnte, musste das Gebälk teilweise erneuert werden. Neben dem neuen Dach von außen auch erkennbar: Fugen im Sockelbereich wurden ebenfalls ausgebessert und die restaurierten Fenster glänzen.

Pastor Jürgen van Wieren blickt außer auf den Heiligabendgottesdienst bereits auf zwei Konzerte zurück, die in der sanierten Kirche stattfanden: mit dem Handwerkerchor am Sonnabend vor dem dritten Advent und auf das Konzert am Silvesternachmittag mit "Triple S". "Damit und mit dem Heiligabendgottesdienst haben wir wieder viele Menschen erreicht, die nicht zu unserer kleinen, nur 150 Mitglieder zählenden Gemeinde gehören. Aber das ist ja auch unsere Absicht", so der Pfarrer.

Die evangelisch-reformierte Gemeinde vereint zwar wenige, dafür aber umso mehr engagierte Mitglieder, wie in der Sanierungsphase erneut deutlich wurde: Der Bauausschuss der Kirchengemeinde, dem Manfred Patté, Manfred Hauffe, Karl Gahl und Bernhard Thüne-Schoenborn angehören, hat Planer Heinz Tietke und die Bauarbeiter nach Kräften unterstützt. Und alle Gemeindemitglieder haben, unterstützt durch Spender, gemeinsam den für die Sanierungsarbeiten notwendigen Eigenanteil von 20 000 Euro zusammengetragen. Weitere Geldgeber waren Landeskirche (180 000 Euro) und Kirchenkreis (40 000 Euro).

Natürlich hat das Geld nicht gereicht, um alle Wünsche zu erfüllen, zum Beispiel den Ausbau der Sakristei zu einem Mehrzweckraum. Bernhard Thüne-Schoenborn vom Bauausschuss und Pastor van Wieren sind aber optimistisch, was die Sakristei betrifft - ebenso die noch in diesem Jahr angestrebte Teilrestaurierung der Orgel, mit der das Instrument in einen "gut spielbaren Zustand" versetzt werden soll. Dafür sind 34 000 Euro veranschlagt. Das Geld wird in ein wahres "Schätzchen" fließen, 1882 gefertigt von der 1857 begründeten und bis heute bestehenden Orgelbaufirma Sauer aus Frankfurt/Oder. Die Burger Orgel war die 342. aus der Frankfurter Werkstatt, bis heute wurden über 2000 Sauer-Orgeln gebaut.

 

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