650 Schüler, über 30 Unternehmen und ein buntes Rahmenprogramm - Das war die Berufsorientierungsmesse des Landkreises in den Berufsbildenden Schulen in Burg. Das Interesse der Schüler ließ aber zu wünschen übrig.

Burg l Forstwirt, Tischler, Kfz-Mechatroniker, Konditor - die Bandbreite der vorgestellten Berufe in den Häusern der Berufsbildenden Schulen in Burg war groß. Die Anzahl der Unternehmen ebenso. Über 650 Schüler aus den Sekundarschulen des Landkreises waren angemeldet, um sich einen Überblick über die vielfältigen Berufsmöglichkeiten zu verschaffen. Doch schon im Vorfeld sagte der stellvertretende Schulleiter Dr. Marco Dominé: "Die Unternehmen müssen sich was einfallen lassen, um die Schüler zu begeistern."

So waren die Flure mit groß-en Aufstellern versehen, am Eingang zu den Räumen waren Betriebe und Ausbildungsmöglichkeiten gekennzeichnet. Mitarbeiter der jeweiligen Firmen positionierten sich bereits außerhalb der Räumlichkeiten. Immer in Gruppen, geführt von Schülern der Berufsschule, ging es auf einem Rundkurs an allen ausstellenden Unternehmen vorbei. Die Organisation seitens der Berufsschule wurde von Unternehmen gelobt.

Doch: "Das Interesse ist gleich null", sagte Kathrin Kowalewski vom Erlebnisdorf Parey, das Köche, Restaurant- und Hotelfachangestellte ausbildet. Vor vier Jahren habe das Unternehmen das letzte Mal an der Messe teilgenommen und "es wird schlimmer", so Kowalewski. Die Schüler kämen unvorbereitet und stellen kaum Fragen. "Zu meiner Zeit waren wir noch zehn Lehrlinge jetzt sind es zwei. Die Zeiten haben sich verändert", so die Mitarbeiterin des Erlebnisdorfes. Mangelndes Interesse beklagte auch Stefan Müller von der Schulz Agrarsysteme GmbH. "Für die Anzahl der Schüler, die hier sind, kommen einfach viel zu wenig vorbei", sagte der Mitarbeiter. Zwei bis drei hätten nach Ausbildungsdauer und Vergütung gefragt. "Viele wollen sich einfach nur berieseln lassen", so Müller. Dennoch seien diese Veranstaltungen für die Firma sehr wichtig. "Viele wollen studieren. Wir als Unternehmen bekommen immer weniger Lehrlinge. Hier kann man zumindest Präsenz zeigen", erklärte er.

Zufriedener war Mario Holländer von der Wiegel Parey GmbH. "Wir müssen die Schüler zwar von draußen reinholen, aber dann kommen auch ein paar." Dennoch bringe seiner Meinung nach die Präsenz in den einzelnen Schulen mehr als so eine Messe. Großes Interesse dagegen zeigten die Schüler am Stand der Bundeswehr. "Sowohl zu den militärischen als auch den zivilen Berufsmöglichkeiten wurden Fragen gestellt. Wir haben aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre gelernt und auch außerhalb des Raumes einen kleinen Stand aufgebaut", erklärte Karsten Kleine. Die Bundeswehr nutzt diese Berufsmesse gerne, um das gesamte Portfolio der Möglichkeiten zu präsentieren. "Darum sind solche Veranstaltungen für uns auch sehr wichtig."

Die Bewerbung muss individuell sein

Neben den verschiedenen Firmen und dem Rahmenprogramm konnten sich die Acht- bis Zehntklässler bei der Agentur für Arbeit einem Check der Bewerbungsunterlagen unterziehen. Doch auch hier hielt sich das Interesse in Grenzen. "Viele laufen einfach vorbei. Da wir aber ohnehin einen guten Kontakt zu den Schulen haben, haben viele das ein oder andere sicher schon gehört", sagte Karsten Bieler von der Agentur für Arbeit. Positiver Nebeneffekt für die Agentur: "Wir sind mit vielen Betrieben ins Gespräch gekommen, die wir dann zu unseren Veranstaltungen mitnehmen können", erzählte er.

Gerade für die Zehntklässler wird eine Bewerbung aber dennoch bald erforderlich. Dafür hat der Teamleiter auch ein paar Tipps parat. Der Schüler müsse sich von anderen abheben, und dabei auf die Stellenbeschreibung eingehen. Praktische Erfahrungen, aus welchen Bereichen auch immer, müssen unbedingt mit einfließen. "Eine Bewerbung ist eine Art Visitenkarte, und die muss einfach individuell sein", so Bieler.

 

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