Burg l Die Enten und Schwäne im Flickschupark erfreuen auch im Winter täglich die Spaziergänger. Nicht wenige gehen jeden Tag zu den Vögeln und haben Mais oder Brot dabei, um die Tiere zu füttern. Die zurzeit milden Temperaturen kommen Spaziergängern und Vögeln gleichermaßen zugute.

Doch die Tierfreunde im Flickschupark bangen vor allem um die beiden Jungschwäne, sollte der Winter mit Eis und Schnee doch noch einmal zurückkommen. Die beiden Tiere gehörten zu einer Schwanenfamilie mit fünf Jungen. Ein Teil der Familie hatte Ende November den Flickschupark verlassen, berichten Tierfreunde. Zwei Tiere, darunter ein im November offenbar noch nicht ausreichend flugfähiges Jungtier, blieben zurück und erleben nun den Winter in Burg.

Dass die Tiere noch sehr unbeholfen sind, wurde während einer kurzen Frostperiode vor dem Jahreswechsel deutlich: Ein Schwan war festgefroren und musste von einem Tierfreund aus seiner misslichen Lage befreit werden. Nach der Rettungsaktion waren sich die umstehenden Spaziergänger einig: Anders als die Enten können sich die Jungschwäne schwer an die Gegebenheiten des hiesigen Winters anpassen und bräuchten Unterstützung. Nicht nur von den Tierfreunden im Flickschupark, sondern auch von der Stadt.

"In Hamburg sind die Schwäne auf der Alster ein Wahrzeichen der Stadt und werden von einem städtischen Angestellten besonders im Winter gehegt und gepflegt", so ein Burger Tierfreund zur Volksstimme. Hier müsste sich die Stadt Burg eine Scheibe abschneiden, findet er und schlägt als eine erste Maßnahme vor, dass die sogenannte Schwaneninsel wieder als Rückzugsort für Schwäne hergerichtet wird. Diese wäre für die Tiere wegen des geringen Wasserstandes zurzeit nicht zugänglich.

Auch ein Schwanenhaus, wie es auf alten Fotos zu sehen ist, wäre eine Verbesserung für die Tiere auf dem Teich im Flickschupark.

Im Februar wird sich der Laga-Ausschuss des Burger Stadtrates mit der Gestaltung des Flickschuparkes für die Laga 2018 befassen.

Für Dr. Udo Vogt, Ausschuss-Vorsitzender und Chef des Laga-Fördervereins, steht fest, dass der Flickschupark in jedem Fall seinen naturnahen Charakter behalten und damit auch weiterhin Revier für Schwäne und Enten bleiben soll. "In die Natur des Parks mit der anschließenden Ihle-Auenlandschaft wollen wir im Vorfeld der Laga so wenig wie möglich eingreifen, auch wenn vielleicht der eine oder andere Baum gefällt werden muss." Der Flickschupark hätte einen komplett anderen Charakter als zum Beispiel der Goethepark, was bei den Planungen berücksichtigt werde, betont Dr. Vogt. Und dazu gehöre auch, dass der Flickschupark Lebensraum für Wasservögel ist und bleiben werde.

"Auch die Laga-Besucher sollen sich an den Schwänen und Enten erfreuen", erklärt Dr. Vogt. Welche Maßnahmen bei der Gestaltung des Parks im Zuge der Laga eventuell getroffen werden, die den Wasservögeln das Leben und Überleben im Park erleichtern, müsse im Laga-Ausschuss noch diskutiert werden, so dessen Vorsitzender weiter, der betont, dass alle Laga-Maßnahmen auch mit dem Tierschutz in Einklang stehen müssten.

Die Vorplanungen berücksichtigen die Belange der Enten und Schwäne immerhin, kann die für die Laga zuständige Fachbereichsleiterin in der Burger Stadtverwaltung, Sonnhild Noack, der Volksstinmme mitteilen: "Hinsichtlich der Enten ist im südlichen Bereich des Flickschuteiches eine Gründelzone vorgesehen. Für die Schwäne ist ein entsprechendes Häuschen auf der Insel angedacht."

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