Schnelles Internet auch in den kleinen Dörfern, Windkraftanlagen zwischen Büden und Schweinitz, die Zukunft der beiden Sekundarschulen und die Frage, was aus der ehemaligen Bahnlinie wird - die Volksstimme hat den Möckeraner Stadtbürgermeister Frank von Holly kurz nach dem Jahreswechsel um einen Ausblick auf das Jahr 2015 gebeten.

Möckern l Nachdem die Windkraft in den vergangenen zwölf Monaten die Region Möckern reichlich beschäftigt hatte, glaubt Möckerns Stadtoberhaupt Frank von Holly, dass dieses Thema auch im angelaufenen Jahr 2015 aktuell bleiben wird: "Windkraftanlagen werden uns auch weiterhin beschäftigen. Die Bürger in Deutschland haben sich gegen Atomkraft ausgesprochen und brauchen nun andere Energiequellen. Wer gegen Atomkraft sein möchte, der muss für Wind-und Solarkraft sein. Auch bei uns wird das Thema daher auch im Jahr 2015 weiterhin aktuell bleiben."

Aus Sicht des Möckeraner Stadtbürgermeisters wäre es logischer, wenn der Strom dort erzeugt wird, wo er gebraucht wird. "Statt teure Stromtrassen im ganzen Land zu verlegen, könnten die Unternehmen dorthin gehen, wo der Strom erzeugt wird, oder aber die Energieerzeugung geht dahin, wo die Energie gebraucht wird."

"Ich hoffe, dass die Gemeinschaftsschule für Möckern und Loburg kommt."

Die Diskussionen um die Sekundarschulstandorte in Möckern und Loburg haben auch das Stadtoberhaupt beschäftigt, wenngleich die Sekundarschulen in Trägerschaft des Landkreises Jerichower Land liegen. "Ich hoffe, dass das geplante Projekt Gemeinschaftsschule genehmigt und an den beiden Standorten Möckern und Loburg umgesetzt wird. Wir werden dann noch einige Jahre an beiden Standorten unterrichten können." Frank von Holly sieht anderenfalls die Gefahr, dass über kurz oder lang alle beiden Sekundarschulen geschlossen werden könnten und dann alle Schüler in die Sekundarschulen nach Burg oder Gommern fahren müssen. "Die Gemeinschaftsschule wäre noch in zehn Jahren prägend für Möckern, weil andere Kommunen so etwas nicht haben."

Dem Modell Gemeinschaftsschule bescheinigt Frank von Holly zudem, dass es soziale Kompetenzen besser vermitteln könne, als es derzeit die Sekundarschule kann: "In einer Gemeinschaftsschule geschieht nicht so schnell die soziale Spaltung. Die Kinder lernen länger zusammen. Immer mehr Kinder sollen das Gymnasium besuchen. Das Image der Sekundarschule ist dagegen in Richtung Hauptschule verschoben worden", kritisiert von Holly. Das Modell Gemeinschaftsschule sieht er als zukunftsweisende Lösung, wenngleich dies in seiner Partei der CDU anders gesehen wird.

"Ein Bahnverkehr hängt vom Nutzer ab."

Und? Kommt im Jahr 2015 wieder eine Anbindung an das öffentliche Eisenbahnnetz? "Es liegt am Nutzer", sagt von Holly und ist deshalb skeptisch: "Schon heute stellt die Nasa Sonderzüge zur Verfügung, wenn sich genügend Leute dafür anmelden. Das haben Magdeburger Schulklassen bewiesen, die den Storchenhof Loburg besuchen. Gäbe es genug Anmeldungen und genug regelmäßiges Nutzen, würde der Zug fahren", glaubt von Holly. "Ich sehe aber, dass unsere Schulen mit dem Bus nach Magdeburg fahren, weil man dann bis vor die Tür gefahren wird und nicht in der Stadt noch Straßenbahn fahren muss. Unsere eigene Bequemlichkeit steht uns im Wege. Daher bin ich mir sicher, es wird keinen Bahnverkehr geben."

"Schnelles Internet in den Dörfern wird es nur mit privaten Anbietern geben."

Schnelles Internet auf den Dörfern ist in Teilen der Einheitsgemeinde Mangelware. Nachdem auch der Landkreis Jerichower Land bezüglich seines Plans "Flächendeckender Ausbau" zurückgerudert ist, empfiehlt Stadtbürgermeister Frank von Holly auf private Anbieter zu setzen. "Das muss eine Firma machen, die das auch machen will. Es macht keinen Sinn, auf die großen Anbieter zu setzen. Unsere dahingehenden Versuche blieben bisher auch ohne Ergebnis."

Als erfolgreiches Beispiel nennt er Wallwitz. Hier hatten sich vor wenigen Monaten Einwohner in Eigenregie bemüht, einen privaten Funk-DSL-Anbieter einzuladen. Inzwischen funkt es bei den Wallwitzern laut Aussage des Stadtchefs mit verlässlichen sechs MB. "Wir werden solche Vorhaben nach unseren Möglichkeiten unterstützen, aber kein Geld für den Internetausbau investieren können", so von Holly.

   

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