"Camp Move" heißt ein Landesprogramm, an dem sich die Burger Europaschule "Carl von Clausewitz" beteiligen will. Was es im Einzelnen bedeutet, konnten die Besucher am Sonnabend beim Tag der offenen Tür erfahren. Es geht darum, Lernschwachen zu helfen, um letztlich einen Schulabschluss zu schaffen.

Burg l "Du lernst nicht für die Schule, sondern fürs Leben!" Diesen Satz hat bestimmt jeder in seiner Schulzeit gehört, was mitunter nerven konnte. Dass aber hinter den neun Worten alle Wahrheit für ein späteres berufliches Leben steckt, begreift man zumeist in den ersten Erwachsenenjahren.

Dem will die Burger Clausewitz-Sekundarschule etwas entgegen wirken, und zwar mit Unterstützung der Landesregierung. Sie legte das Programm "Camp Move" auf. Knapp über 20 Schulen Sachsen-Anhalts beteiligen sich, erklärte Schulleiter Frank Höpfner.

Seine Europaschule besuchen derzeit 324 Mädchen und Jungen aus Burg, Detershagen, Niegripp und Schartau, einige davon als Förderschüler, Schüler, die lernbehindert sind. "Darunter sind auch Kinder zu verstehen, die Probleme mit dem -Gehör oder Sehschwächen haben", klärt der Schulleiter auf.

"Nicht nur aus ihren Reihen nehmen wir Schüler in das ,Camp Move`-Programm auf. Auch Schüler, die ansonsten passable Lernleistungen haben, aber zum Beispiel nicht selbstbewusst und zu gehemmt sind, um sich im Alltag zu behaupten", sagt Lehrerin An-drea Müller, mitverantwortlich für das Zustandekommen des Programms an der Clausewitz-Schule.

Aus ihrer Erfahrung nutzt es nämlich nichts, Veranstaltungen durchzuführen, in denen lernschwache Schüler auf Lernintensität getrimmt werden, was es in der Vergangenheit schon gab. "Wir haben bisher 18 Mädchen und Jungen ausgewählt, die im März für eine Woche fern des eigentlichen Schulalltags motiviert werden sollen, am Lernen Spaß zu haben und die Erfahrung zu machen, dass Schulwissen für das weitere Leben und speziell für das Berufsleben wichtig ist", umreißt sie das Ziel des "Camp Move"-Kurses. Er wird abgehalten in Zusammenarbeit mit dem Jugendwerk Rolandmühle.

Neben einigen Stunden des Gedankenaustausches, in denen erkundet wird, was die Schüler bewegt und was von ihnen erwartet wird, gibt es Zeiten unter anderem an der Tischlerwerkbank.

Außerdem werden Schüler eine Fotodokumentation zusammenstellen. Zum Abschluss der Woche unternimmt die Gruppe eine Musical-Fahrt nach Berlin. "Ich möchte betonen, dass kein Kursteilnehmer zum Mitmachen verdonnert wurde, sondern alle sich freiwillig bereit erklärt haben, sogar mit Begeisterung", fügt Andrea Müller an.

Einer der Teilnehmer ist Jennifer Rohde, eine Achtklässlerin. Zum Tag der offenen Tür besuchte sie mit Mutti Nadine und Vati Maik ihre Schule. Ein Grund: Die Eltern wollten sich bei der Lehrerin über "Camp Move" kundig machen. "Unsere Jennifer ist tatsächlich zurückhaltend, was wir als Vater und Mutter natürlich von ihr genau kennen. Mehr Selbstbewusstsein käme ihr wirklich zugute", bestätigt Nadine Rohde, und Ehemann Maik meint noch, dass die Tochter daheim in seinem Werkstattkeller gern baut und bastelt. Für Handwerkliches habe sie "echtes Talent".

Als der Vater dann noch eröffnete, dass er von Beruf Möbeltischler sei und die Schule, wenn Bedarf bestehen würde, fachlich in der Camp Move-Woche unterstützen könnte, war ihm die Lehrerin für das Angebot dankbar. Dann könne ja die "Camp Move"-Märzwoche beruhigt kommen, hieß es.