Über 400 Gäste nahmen am Sonnabend am gemeinsamen Neujahrsempfang von Volksbank und der Stadt Möckern teil. Demnach kamen nach Angaben der Organisatoren rund 100 Besucher mehr, als im Vorjahr.

Möckern l Es war eine festliche Veranstaltung mit zahlreichen Gästen aus so ziemlich allen Ortschaften der Stadt Möckern. Auch die bessere Abstimmung mit anderen Veranstaltungsterminen im Stadtgebiet habe dazu beigetragen, dass noch mehr Menschen an dem Empfang teilnehmen konnten, sagte Koordinatorin Mareen Hensel.

Mit einer Mischung aus Hoffnung und Sorge blicken auch die Menschen in der Region in das neue Jahr. Das Leid in der Welt und der Wunsch nach einem unbeschwerten Leben spiegelte sich auch im Neujahrsempfang in Möckern wider: Lustige Tänze der Tanzgruppen des Möckeraner Karnevalsklubs, fetzige Rockmusik der Band "Eardrum Abuse" und eine Spendensammlung zugunsten der Rumänienhilfe schlossen sich daher nicht aus.

Mit ernsten Worten aber auch mit viel Optimismus wandten sich auch die Gastredner an das Publikum, um auf das angebrochene Jahr 2015 einzustimmen. An das Podium traten die Landtagsabgeordneten Harry Czeke (Linke), Matthias Graner (SPD) und Markus Kurze (CDU), ebenso der Bürgermeister der Nachbarstadt Gommern, Jens Hünerbein, und Uwe Kober, Vorsitzender eines Vereines zur Erinnerung an die Geschichte der Befreiungskriege, die auch für Möckern bedeutsam waren. Kober, der auch angesichts der Weltgeschehnisse ausnahmsweise nicht in historischer Uniform anwesend war, erinnerte: "Früher hat man über unsere mahnenden Worte gelacht. Jetzt sind sie leider wahr geworden." Seine Vereinigung versteht sich nicht als "kriegsspielende Männer und Frauen", sondern als Mahner vor dem Schrecken jedes Krieges damals und heute.

Martin Trahe, Vorstandsmitglied der mitgastgebenden Volksbank griff die Krisenentwicklung in der Welt und Europa auf und stellte sie in Bezug zur Finanzpolitik: "Wir dürfen die Lösung solcher Probleme nicht allein der Geldpolitik überlassen", mahnte er.

Besonders auf die Situation im Landkreis ging der Landrat des Jerichower Landes Steffen Burchhardt (SPD) ein: Er mahnte die schwierige Situation beim Haushalt an, lobte zudem die Rolle der Einheitsgemeinde Möckern: "Möckern hat eine Vorbildfunktion im Landkreis."

Burchhardt lobte das ehrenamtliche Engagement der Menschen im Jerichower Land, erinnerte an die Leistungsbereitschaft der arbeitenden Bevölkerung im Landkreis und sagte zum Thema Internet-Ausbau: "Wir wollen beim Breitbandausbau schneller sein, als die anderen." Der Landrat gab freimütig zu, dass der obligatorische "Annemarie-Tanz" ihm den Angstschweiß auf die Stirn treibe. An der Seite der amtierenden Flämingkönigin Eva I. machte der Landrat dann aber keine allzu schlechte Figur als Tänzer.

Möckerns Stadtbürgermeister Frank von Holly erinnerte in seiner Rede an die Grundpfeiler der Demokratie, die mit der Deutschen Einheit einhergegangen seien: "Auf den Säulen Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit ruht dieses Geschenk der deutschen Einheit. Es ist wichtig, diese Säulen im täglichen Leben zu stärken."

Wie auch schon sein Gommeraner Amtskollege äußerte sich Möckerns Stadtchef kritisch zu den Einschränkungen der kommunalen Selbstverwaltung durch die Landesregierung und forderte das Land auf, Teile der neuen Kommunalverfassung zurückzunehmen.

Das familiäre Gefühl in der Einheitsgemeinde Möckern hob der CDU-Landtagsabgeordnete Markus Kurze hervor. "Wir haben schon viel in den Orten der Stadt erreicht,mit Dr. Udo Rönnecke und Frank von Holly", begab sich der CDU-Mann ein Stück weit in den Bürgermeister-Wahlkampfmodus. "Wir müssen uns mit den Sorgen aller Menschen befassen.

Kurze wandte sich an die arbeitende Bevölkerung und die Ehrenamtlichen im Saal: "Sie sind die Leistungsträger der Gesellschaft."

Der Linke-Abgeordnete Harry Czeke stellte den Frieden auf der Welt in den Mittelpunkt aller guter Wünsche für 2015, hoffte aber auch, dass Möckerns Stadtbürgermeister noch viele Straßen in seiner Stadt einweihen kann.

Sein SPD-Landtagskollege Matthias Graner wollte bei allem Übel auf der Welt nicht den Optimismus vergessen: "Wir haben allen Grund dafür, uns zu erinnern, dass es uns gut geht. Wir können mit Zuversicht und Gelassenheit in das neue Jahr starten."

Die diesjährige Spendenaktion des Neujahrsempfanges erfolgte zugunsten der Rumänienhilfe Gommern. Deren Vorsitzende Edeltraud Nickel und Sigurt Palme informierten über ihre langjährige Vereinsarbeit und durften sich über 1883 Euro freuen. Die Volksbank versprach, den Betrag auf 2500 Euro aufzustocken.

   

Bilder