Mit einem Schüttel-Ei treibt Chorleiter Jürgen Töpfer am Sonnabend die rund 40 Mitglieder des Burger Volkschores an. "Un po-qui-to, un po-qui-to, po-qui-to": Rhythmisch und schnell geht es bei der öffentlichen Probe in der Aula des RolandGymnasiums zu.

Burg l "Brauchen Sie etwa ein Navi?", ruft Chorleiter Jürgen Töpfer in den Raum. "Die Wiederholung beginnt auf der ersten Seite." Die fast 40 Mitglieder des Burger Volkschores atmen tief ein und legen los: "Wa-pm-tsi gong pa-tsi ki, wa-pm-tsi gong pa-tsi ki..." Bis Töpfer streng unterbricht. "Das ist der falsche Ton." Während er den richtigen Ton am Klavier anschlägt, erklärt er mit einem Schmunzeln: "Ihr singt grandios alle falsche Töne."

Das Metronom kommt zum Einsatz. Tick, tack, tick, tack. Die Silben sollen schneller über die Lippen der Sänger kommen. "Und jetzt die Männer." Davon gibt es im Burger Chor fast ein Dutzend. Der Chorleiter klatscht im Takt, stimmt mit ein. Zurück zum Sopran. Die Frauen im Chor geben alles. Und in der Aula des Roland-Gymnasiums kommt am Sonnabendvormittag Konzertstimmung auf. Bis Jürgen Töpfer einschreitet. "Ist der Sopran sich einig, was er da für einen Ton singt?" Der Blick wandert auf die Notenblätter, einige greifen zur Wasserflasche.

Der Chorleiter holt die Solistin nach vorne, bittet die Sänger aufzustehen und greift sein Schüttel-Ei. Klack, klack, klack. Das Tempo wird angezogen. Der Anschluss an Takt 18 ist dran. "Le-lo-la, le-lo-la." Töpfer lächelt. "Das haben sie sehr gut gemacht." Ein erleichtertes Stöhnen geht durch die Menge. Das Lied kommt aus Lateinamerika. Und ist kein Leichtes, räumt Töpfer ein. "Das haben wir eben nicht im Blut, und ist viel schwerer von uns umzusetzen."

Aber Herausforderungen sind für den Burger Volkschor kein Problem. "Klar, ist es manchmal anstrengend, aber das fördert einen und der Geist bleibt fit", sagt Brigitte Kersten. Die Theeßenerin ist seit zehn Jahren in Burg dabei. In der Reihe vor ihr verfolgt am Sonnabend konzentriert Sieglinde Seide die öffentliche Probe. Die Erzieherin aus Schermen singt oft in der Gruppe und hat "Spaß an der Musik". Bei einer Chorprobe ist sie das erste Mal dabei. Und würde jetzt gern immer kommen, wenn die Mitglieder jeden Montag zwischen 19.30 und 21.30 in dem Burger Gymnasium proben. "Ich weiß aber noch nicht, ob und für welche Stimmlage ich geeignet bin."

Und genau das wird Christine Töpfer rausfinden. Sie ist Gesangslehrerin und "teilt die Chormitglieder in die jeweiligen Stimmregister ein", erklärt Jürgen Töpfer. Drei Zuhörer haben sich am Sonnabend entschieden, beim Chor dabei zu sein. Und denen kann Töpfer jede Angst nehmen: "Jeder sollte probieren zu singen, in der Gemeinschaft verschwindet die Angst vor der eigenen Stimme." Geht es nach dem Leiter braucht man keine Noten lesen oder ein Instrument spielen können, sondern nur Lust und Motivation haben. "Wenn es gut klingen soll, muss man eben viel Arbeit investieren."

 

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