Parchau l Ganz dicht sind die mehr als 300 Gäste am Sonnabend auf den Bänken in der Parchauer Kirche zusammengerückt. Das Polizeirevier Jerichower Land und die evangelische Kirchengemeinde Parchau-Ihleburg hatten zum 18. Neujahrskonzert des Landespolizeiorchesters geladen. Und der Andrang war groß. Schließlich sollte nicht nur Solistin Doreen Günther den Nachmittag mit den Orchestermusikern abrunden, sondern auch der zehnjährige Marlin Flagmansky an seiner Violine.

Doch bevor das `Ave Maria`, Celine Dions `My Heart Will Go On` sowie ein Stück aus dem `Karneval der Tiere` auf dem Programm standen, nutzte Pfarrer Peter Gümbel die Neujahrsveranstaltung für ein paar Worte in Sachen Polizeiarbeit. "So harmonisch wie das Orchester die lauten und leisen Töne genau aufeinander abstimmt, so geht es leider im Leben oft nicht zu." Die Polizeibeamten erleben nur allzu oft die "schrillen Töne": Es gebe immer wieder Menschen, die randalieren, die im Temporausch Unfälle verursachen, die gewalttätig sind, die andere ausrauben - Situationen, die den Einsatz der Polizei erfordern. "Das verdient unseren größten Respekt." Und den zollten gestern hunderte Zuhörer den Beamten mit ihrem Applaus.

Geklatscht wurde nicht nur am Ende der abwechslungsreichen Stücke, gespielt vom Orchester rund um Dirigent Uwe Streit, sondern auch währenddessen. Sobald die Bläser den Florentiner Marsch anstimmten, gingen die Hände der Besucher in die Luft - und es wurde fleißig mitgeklatscht. Ganz ruhig wurde es im Kirchenraum, als der zehnjährige Marlin Flagmansky mit seiner Violine ans Mikrofon trat. "Ein echtes Nachwuchstalent", kündigte Moderator Ronald Degen an. Und behielt recht. Auf die Violine folgte Solistin Doreen Günther. Und während die Polizeikommissarin mit herausragender Stimme vom Spaziergang durch den weißen Winterwald sang, beginnt Kopf für Kopf im Zuschauerraum im Takt zu wippen.

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