Festlich waren die großen runden Tische in der Wasserburg zu Gommern am Montag eingedeckt. CDU-Kreisverband und die Mittelstandsvereinigung hatten zum Neujahrsempfang geladen. Gekommen sind mehr als 100 Gäste, darunter Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister.

Gommern l CDU-Landtagsabgeordneter Dietmar Krause machte mit seinem Posaunenchor Köthener Blech den Anfang in der Wasserburg zu Gommern. "Die ersten zwei Getränke gehen auf unsere Rechnung", eröffnete Landtagsmitglied Markus Kurze (CDU) am Montagabend den Neujahrsempfang. Die Finanzlage sei nach dem Wahlkampf eben etwas dünner, schob Kurze mit einem Schmunzeln hinterher. Der CDU-Kreisverband Jerichower Land hatte gemeinsam mit der Mittelstandsvereinigung mehr als 100 Gäste eingeladen - darunter Politiker und Unternehmer der Region.

Ehrengast war Hartmut Möllring, Wirtschaftsminister des Landes Sachsen-Anhalt, und blickte auf das vergangene Jahr zurück: "2014 war für unser Land das wirtschaftlich erfolgreichste Jahr, die Bücher der Unternehmen waren voller Aufträge." Jedoch: "Die Aufträge konnten gar nicht alle abgearbeitet werden, weil es an Fachkräften fehlt."

Das Jerichower Land habe Möllring zufolge statistisch einen Spitzenplatz in puncto verfügbares Familien-Einkommen erreicht. Und damit das so bleibt, soll die Mittelstands-Offensive für 2015 I³ lauten: "Das steht für Innovation, Investition und Internationalisierung."

Für den Gommeraner Bürgermeister Jens Hünerbein steht derweil fest: "Die Zeiten, wo Busse voll mit Investoren kommen, sind vorbei." Deswegen wünscht er sich Stabilität, dass die ansässigen Unternehmen bleiben und junger Nachwuchs in die Region geholt werden kann. Eine Voraussetzung dafür ist laut Thomas Barz ein erfolgreicher Breitbandausbau. "Schnelles Internet ist nicht nur für die Unternehmen wichtig, sondern auch, wenn es um den demografischen Wandel geht", erklärt der Genthiner Bürgermeister.

Möckerns Bürgermeister Frank von Holly ruft die Gäste in seiner Ansprache auf: "Wir dürfen nicht das verlieren, was wir haben. Wir leben hier noch mit Trinkwasser ohne Chlor und ich hoffe, wir können auch weiterhin den Unterschied von einem Hühnchen mit und ohne Chlorbad schmecken." Damit spielte von Holly auf Möllrings Lob für das von der EU diskutierte Freihandelsabkommen TTIP an. Mit dem TTIP kam die Angst vor der Erlaubnis, dass in der EU - genau wie in den USA - mit Chlor desinfizierte Hühner verkauft werden dürfen. Nach von Holly war Landtagsmitglied Detlef Radke mit seiner Ansprache an der Reihe. Der CDU-Politiker spielte auf die klamme Finanzsituation der Kommunen an. "Die Erhaltung der Grundschulen und Geld für die Kommunen können für die Wahl entscheidend sein."

Auch Kurze wendet sich kurz vor der Eröffnung des Buffets in Sachen Wahlkampf an die mehr als 100 Gäste: "Ein Thüringer Experiment bringt Sachsen-Anhalt nicht weiter. Wir hatten das schon - da fehlten die Rahmenbedingungen für Unternehmen. Wenn wir das noch mal probieren, steht der Wohlstand auf dem Spiel."

   

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