Gommern (mla) l Getragene Musik war es, die vor wenigen Tagen aus dem Obergeschoss des Alten Pfarrhauses, gespielt von einer jungen Bläsergruppe hinunter schallte in den "grünen Raum", in dem sich neun Mitglieder des Fördervereins für das Alte Pfarrhaus zusammengefunden hatten, um ihren Verein zu Grabe zu tragen. Es waren fast ausnahmslos Gründungsmitglieder des 2007 ins Leben gerufenen Vereins, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, 24 000 Euro für Umbau und Renovierung des wohl ältesten Gebäudes in Gommern zu sammeln.

Dieser Betrag hatte der evangelischen Kirchengemeinde in Gommern zur vollständigen Abwicklung der Arbeiten in dem Alten Pfarrhaus gefehlt. Diese Aufgabe hat der Förderverein mit seinen zum Schluss 20 Mitgliedern sehr ordentlich gelöst und insgesamt sogar rund 35 000 Euro beigesteuert.

Eingesammelt hat er diese Spenden zugunsten des Alten Pfarrhauses von Menschen aus Gommern, der Region, aber auch Hessen und Rheinland-Pfalz. Die vielen Spenden aus Gommern haben dabei bewiesen, wie sehr die Gommeraner ihrer "alten Pfarre" zugetan sind. "So war es denn konsequent, dass am Tag vor der Mitgliederversammlung zur Auflösung des Vereins die Spendertafel im Foyer des Alten Pfarrhauses aufgehängt wurde, auf der alle Spenderinnen und Spender verewigt sind", berichtete Uwe Bräutigam, dem die Aufgabe übertragen worden war, über die Auflösung des Fördervereins zu informieren.

Die Tafel sei den Spendern auch so versprochen gewesen. "Diese Aufgabe des Fördervereins war also erfolgreich zu Ende geführt worden, so dass getragene Trauermusik hier eigentlich fehl am Platze war, als die neun Mitglieder einstimmig den Beschluss fassten, den Förderverein aufzulösen."

Notwendig geworden war der Schritt auch dadurch, dass sich nach dem angekündigten Umzug des bisherigen langjährigen Vereinsvorsitzenden Axel Gühl nach Oberfranken niemand bereit erklärt hatte, den Vereinsvorsitz zu übernehmen.

"Dagegen wäre ein Trauermarsch schon angebracht gewesen, wenn man bedenkt, dass in Zukunft die regelmäßigen vom Förderverein organisierten Benefizveranstaltungen mit Themen aus Gesundheit, Wirtschaft, Gesellschaft und Theologie wegfallen werden", sagte Uwe Bräutigam. Aber es gibt berechtigte Hoffnung, dass sich innerhalb und auch außerhalb der Evangelischen Kirchengemeinde Menschen finden, die diese Veranstaltungen unter dem Dach der Kirche fortführen. Im Moment sieht es ganz danach aus.