In Stegelitz ist möglicherweise schon in diesem Jahr mit dem Beginn umfassender Straßenbaumaßnahmen zu rechnen. Grund für die Überlegung ist ein marodes und unzeitgemäßes Abwassersystem in der Ortschaft.

Stegelitz l Lange schon ist in Stegelitz davon die Rede, dass die auch als "Gasse" bekannte Schulstraße ausgebaut werden soll. Tatsächlich aber steht das gesamte Straßennetz der Ortschaft zur Disposition. Denn die gesamte Ortslage soll abwasserseitig neu erschlossen werden.

Weil also ohnehin die Straßen aufgerissen werden müssen, wurden vorsorglich im Haushaltsplan der Einheitsgemeinde für das laufende Jahr 2015 die Mittel für Straßenbau in Stegelitz eingestellt. Im Haushalt steht die Summe von 219 500 Euro allein für das Jahr 2015. Das sind die Eigenmittel, die die Stadt aufbringen muss. Den Rest übernimmt der Abwasserzweckverband (AZV). "Die Anlieger werden nur an den Straßenbaukosten anteilig beteiligt, die Abwasserbeiträge sind bereits erledigt", erklärt Möckerns Bürgermeister Frank von Holly. Es gehe in erster Linie um die Entflechtung des Abwassersystemes im Ort. Denn in Stegelitz gibt es noch ein Mischsystem. Regenwasser wird dabei ins Abwassernetz abgeleitet. Das gibt es sonst im ganzen Bereich des AZV nicht mehr.

Baubeginn erst mit Förderbescheid

"Das resultiert daraus, dass es in Stegelitz früher eine Teichkläranlage gab, bei der Regenwasser und Abwasser in einem abgeleitet wurde. Das müssen wir jetzt trennen", so von Holly.

"Wir müssen bei dieser Maßnahme jedoch einen positiven Förderbescheid für die Entflechtung des Abwassernetzes abwarten, denn nur mit dem Abwasserverband sind wir baufähig", so Frank von Holly weiter.

Entsprechende Anträge an das Land wurden vom AZV bereits gestellt, mussten aber erneut eingereicht werden, weil das Land neue Richtlinien erlassen hatte. "Wir stellen unseren Eigenanteil der Stadt schon mal zur Verfügung, dass wir gegebenenfalls auch unsere Straßen in Ordnung bringen können", so von Holly. Derzeit gebe es in vielen Bereichen im Ort gar keine ordentliche Regenentwässerung. Bei starkem Regen sammelt sich das Wasser an einigen Stellen in großen Pfützen.

Angedacht sind drei Jahresscheiben

Der Abwasserzweckverband hatte in den vergangenen zwei Jahren nach verschiedenen Hinweisen umfangreiche Untersuchungen am Abwassernetz in Stegelitz durchführen lassen und hatte dabei festgestellt, dass es zu großen Teilen schadhaft ist. Stadtchef von Holly hofft, dass der Förderbescheid im ersten Halbjahr kommt. Die Ausschreibungsunterlagen sind vorbereitet.

Voraussichtlich wird in drei Jahresscheiben gearbeitet, heißt es derzeit aus dem Rathaus in Möckern. In den Folgejahren kommen weitere Kosten dazu.