Dass rund ein Drittel aller Einbrüche in Wohnungen und Häusern im Versuch stecken bleiben, ist nicht wirklich eine beruhigende statistische Angabe. Das sagten sich auch rund 60 Bürger, die Zuhörer eines Info-Vortrages zum Thema "Das sichere Haus" in der Möseraner Gemeindeverwaltung waren.

Möser l Einige der Zuhörer haben mit Einbrechern in ihr Haus leider schon eigene Erfahrungen machen müssen. Sie können nur bestätigen, was einleitend Polizeirat a. D. Lothar Schirmer aus Möser zu berichten weiß: "Neben dem finanziellen Schaden, dem Umstand, dass möglicherweise unwiederbringliche Erinnerungs- und Familienstücke weggekommen sind, den vielen Laufereien und der inneren Wut ist vor allem der psychische Schaden nicht zu unterschätzen." Schirmer weiß, dass Betroffene sogar eine Therapie machen mussten, weil sie allein nicht verarbeiten konnten, dass völlig fremde Personen in den allerheiligsten, ganz privaten Bereich eingedrungen und in der Wohnung hin und her gelaufen sind. Sie haben in Schubladen und Schränken gewühlt, die Unterwäsche befummelt, die Toilette benutzt und sich vielleicht auch frech aus dem Kühlschrank bedient.

Doch andererseits, räumt der erfahrene Polizist im Ruhestand ein, gibt es das auch absolut sichere Haus nicht. Da könne man finanziell aufrüsten wie man wolle. Zwar seien die meisten Einbrecher nicht gerade die hellsten Köpfe, aber mit der Entwicklung der Sicherheitstechnik würden auch immer wieder Methoden entwickelt, um sie zu überwinden.

Zusammen mit den beiden Möseraner Regionalbereichsbeamten (RBB), den Polizeihauptmeistern Karl-Heinz Fröhlich und Steffen Zarschler, vermittelte Schirmer deshalb auch vornehmlich Tipps, die jeder Durchschnittsbürger berücksichtigen kann. Da sei zunächst die Unterschätzung der Gefahr: Auch wenn man nur für wenige Minuten das Haus verlässt, sollte man immer zweimal herumschließen und die angekippten Fenster schließen. Das vermeintliche Argument, bei mir sei nichts zu holen, greift nicht. Denn das weiß ja der Einbrecher nicht, der trotzdem den Schraubenzieher oder den Kuhfuß ansetzt, um Fenster auszuhebeln. "Mit einem banalen Schraubenzieher bekommen geübte Einbrecher im Handumdrehen Fenster auf", sagt er. Es sei denn, die Fenster sind mit einer Pilzkopfzapfen-Verriegelung ausgestattet. Das sei schon eine erhebliche, wirksame Sicherung. In der Regel geben Einbrecher auf, wenn sie nach drei Minuten ihr Ziel nicht erreicht haben, weiß Schirmer. Deshalb solle man es den Dieben so schwer wie möglich machen: Keine Mülltonnen oder Leitern auf dem Grundstück, um in die meist weniger gesicherten Fenster im Obergeschoss zu gelangen. Fenstergriffe mit Schlössern montieren ("Und immer die Schlüssel abziehen!") Vor allem die hinteren, meist nicht einsehbaren Nebentüren gut sichern.

Wie das geht, kann man vom Fachmann erfahren. Das Polizeirevier Jerichower Land bietet einen kostenlosen Sicherheitscheck fürs Haus an. "Da können uns die Bürger auch drum bitten", sagt RBB Zarschler.

Die Fachleute appellieren, in den Wohngebieten auf verdächtige Autos und Personen zu achten und die Polizei anzurufen, auch wenn eine Gefahr nur zu drohen scheint. Den Dieben ist endlich das Handwerk zu legen. Seit Herbst hat es im Jerichower Land 45 Einbrüche gegeben.