Die Fusion der Sekundarschulen in Möckern und Loburg zu einer Gemeinschaftsschule ist beschlossene Sache. Im gestern erschienenen Amtsblatt wurde die Zusammenführung der beiden Schulen mit Wirkung zum 1. August veröffentlicht.

Möckern/Loburg l Damit kann das Konzept einer Gemeinschaftsschule für die beiden Schulstandorte zum Schuljahresbeginn 2015/16 umgesetzt werden. Eine entsprechende Allgemeinverfügung des Landesschulamtes hat der Landkreis Jerichower Land als Schulträger nun erlassen.

Zuvor hatte der Kreistag des Jerichower Landes beschlossen, dass im Falle eines Zusammengehens die Sekundarschule Möckern als Hauptstandort definiert und Loburg als Nebenstandort geführt werden sollen. Auf Grundlage des bestätigten Schulentwicklungsplanes des Landkreises für die Schuljahre 2014/15 bis 2018/19 und der fachaufsichtlichen Zustimmung des Landesschulamtes fusionieren die Sekundarschulen Loburg und "Am Park" Möckern zum 1. August zur Gemeinschaftsschule, und kooperieren dazu mit dem Fachgymnasium der Berufsbildenden Schulen "Conrad Tack" in Burg.

Weiter heißt es in der Verfügung: "Am Standort Loburg wird eine Außenstelle gebildet, solange die Schülerzahlen es erfordern." Das bedeutet im Umkehrschluss: sobald der Platz in der Sekundarschule Möckern für alle Schüler ausreicht, sieht es für die Loburger Nebenstelle schlecht aus.

Bereits die Einschulung der neuen Füntklässler in der Stadt Möckern wird ausschließlich am Schulstandort Möckern erfolgen. "So wurde es in dem eingereichten Konzept festgelegt", erläuterte gestern der Sprecher des Landkreises Jerichower Landes, Henry Liebe. Die Loburger Grundschüler werden mit dem Wechsel in die Gemeinschaftsschule also einen langen Schulweg haben.

"Am Standort Loburg wird eine Außenstelle gebildet, solange die Schülerzahlen es erfordern."

Kinder, die jetzt schon in der Loburger Sekundarschule lernen, werden dort auch die nachfolgenden Klassenstufen besuchen, sagt der Loburger Schulleiter Bernd Wesenberg. "Solange der Platz in Möckern nicht reicht, gibt es Loburg", so Wesenberg: "Wir haben die Gemeinschaftsschule gewollt. Nun haben wir sie und machen das Beste daraus. Lieber wären uns natürlich 100 zusätzliche Schulkinder gewesen."

Doch die sind nicht in Sicht. Im Gegenteil, wegen zu geringer Schülerzahlen steht der Sekundarschulstandort Loburg seit längerem schon auf der Kippe. Derzeit werden an der Schule am Kalitzer Weg 140 Schüler von 13 Lehrern unterrichtet. Vor gut zehn Jahren waren es 500, erinnert sich Wesenberg. Heute leitet er die kleinste Sekundarschule in Sachsen-Anhalt. Die Hoffnung, dass sich die Schuleinzugsbereiche zugunsten seiner Schule noch einmal ändern, mag er nicht aufgeben. Fürsprecher der Loburger Sekundarschule hatten stets etwa die Schulkinder aus dem benachbarten Lindau im Blick, um den Standort zu halten.

Auch die Bestandsfähigkeit der Sekundarschule von Möckern "Am Park" mit derzeit 191 Schülern war seitens der Aufsichtsbehörden zuletzt angezweifelt worden. Aus diesem Grund hatten sich die Sekundarschulen und Elternvertreter zusammengesetzt und ein Konzept zur Bildung der Gemeinschaftsschule erarbeitet. Laut Aussagen der stellvertretenden Schulleiterin in Möckern, Heike Fischbach, sind Details zur Umsetzung der Gemeinschaftsschule Möckern/Loburg noch offen.

Schon scheint klar zu sein, dass die vereinbarte Zusammenarbeit der Sekundarschulen mit dem Fachgymnasium der Berufsbildenden Schulen "Conrad Tack" in Burg schon in den Klassenstufen 8. oder 9. greifen soll. Der eigentliche Übergang in den gymnasialen Zweig der Gemeinschaftsschule ist mit der 11. Klasse vorgesehen.