Seit 2011 steht die "Villa Krocker" an der Bruchstraße leer. Für das ehemalige Wohnhaus des Lederhandschuhmachers Wilhelm Krocker haben Gundula und Thomas Illies nun den Kaufvertrag unterzeichnet.

Burg l Was genau auf den 436 Quadratmetern Wohnfläche entstehen soll, will das Ehepaar noch offen lassen. Gundula und Thomas Illies aus Hohenseeden haben im Dezember den Kaufvertrag für die "Villa Krocker" unterschrieben. "Vom Jogastudio bis zur Arztpraxis können wir uns alles vorstellen", sagt Gundula Illies, die von dem historischen Gemäuer sofort angetan war.

Das dreietagige Wohnhaus an der Bruchstraße 20/21 ist 1927 erbaut worden und war Wohnhaus des Lederhandschuhmachers Wilhelm Krocker. Zuletzt nutzte die Kreisvolkshochschule das Gebäude.

Büros und Wohnungen könnten entstehen

Im Erdgeschoss befindet sich eine Wohnung und das dunkelvertäfelte Treppenhaus, das in die "Belletage" führt. Vier große Räume warten dort auf eine neue Aufgabe. Drei davon sind miteinander verbunden. Herrschaftlich lässt sich die Schiebetür des ehemaligen Salons aufschieben. "Das historische Interieur bleibt so wie es ist. Die Schiebetür, die versteckten Einbauschränke und Durchgänge sind ganz typisch für das Haus", schwärmt das Ehepaar.

Arztpraxen oder Büros könnten die Räume mit neuem Leben füllen.

Die obere Etage wollen Gundula und Thomas Illies zu einer Wohnung ausbauen. Sechs Räume und ein langer Flur könnten einst die Gemächer der Dienstboten gewesen sein, die zum Haus von Lederhandschuhmacher Wilhelm Krocker gehörten. "Auch wenn die Fenster recht klein sind, sind die Räume schön hell", erklärt Gundula Illies. Was genau geändert werden darf, steht noch nicht fest. "Die Behörden müssen natürlich mitspielen", ergänzt Thomas Illies. Der 43-Jährige schaut da insbesondere auf die historischen Sprossenfenster. "Die Fenster sollen energetisch den neusten Standards entsprechen", sagt Thomas Illies, der in Hohenseeden ein Geschäft für Heizung und Sanitäranlagen betreibt. Erfahrungen haben die beiden im Umgang mit historischen Gemäuern. "Wir haben unter anderem einen Bauernhof in Reesen umgebaut", erklärt Gundual Illies und bezeichnet die Villa Krocker als "neues Projekt".

Umbau nach Auflagen des Denkmalschutzes

Bei allen Änderungs- und Renovierungsarbeiten, die die beiden machen wollen, hat aber auch die untere Denkmalschutzbehörde ein Wörtchen mitzureden. Mitarbeiter der Behörde Axel Thiem, kennt das Gebäude mit "sehr bemerkenswerter expressionistischer Fassade", wie es in dem Katalog der Denkmalbörse stand, von innen. Sehr viel des Inventars von 1927 ist noch erhalten.

Im Falle der Villa Krocker sollen sich die Änderungen der "Sachgesamtheit anpassen". Bei dem Verlegen neuer Heizungsleitungen dürfe zum Beispiel die Holzvertäfelung nicht zerstört werden.

Da braucht sich der Denkmalschützer jedoch keine Sorgen machen: Das bleibt auf jeden Fall, versichert Gundula Illies.

Gekauft hat das Ehepaar auch das leerstehende Nachbarhaus. "Wir werden versuchen, es abreißen zu lassen, um eine zweite Zufahrt als Fluchtweg zu schaffen", erklärt die 45-Jährige. Das waren die Auflagen des Brandschutzes, um überhaupt eine Nutzung möglich zu machen.

Beginnen sollen die Um- und Ausbauarbeiten "so schnell wie möglich", damit das Ehepaar im kommenden Jahr potenzielle Mieter finden kann.

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