Im Möseraner Ortschaftsrat ist erneut der dringende Wunsch nach Einführung einer Baumschutzssatzung geäußert worden. Die Meinungen zum regulierten Baumschutz sind aber nicht einstimmig.

Möser l "Ich bin zwar kein Grüner", sagt Ratsmitglied Peter Hammer, "aber mein Herz schlägt schon ganz schön grün." Und er fügt an, dass er dafür sei, die Diskussion um eine Baumschutzsatzung wieder anzukurbeln. Eine gewisse Art von Einflussnahme und Kontrolle sollte es schon geben, meint er und gibt zum besten, was er bei seinen Internetrecherchen zum Thema Baumschutz gefunden hat. Auf der Internetpräsenz der Stadt Lünen ist unter anderem zu lesen, dass der Schutz von Bäumen in Deutschland schon eine sehr lange Tradition hat. Schon bei den alten Germanen gab es die Regel, dass derjenige grausam bestraft wird, der Bäume ihrer Rinde beraubt oder mutwillig beschädigt. Im Mittelalter wurde für Baumschänder die Todesstrafe oder als "milderes Mittel" das Abschneiden eines Ohres angedroht. Nach einer Preußischen Chausseeordnung von 1803 konnten Baumschädiger zur Strafe sogar "zur öffentlichen Straßenarbeit an einen Schubkarren angeschlossen werden".

Doch so weit soll es natürlich nicht kommen. Ein vernünftiger Baumschutz per akzeptabler Satzung sei besonders für Möser sinnvoll. "Baumschutz sichert auch unsere Lebensqualität", sagt Hammer.

Für Gerhard Ritz hingegen ist eine Satzung Gängelei der Gärtner und Bevormundung der Gartenbesitzer. Er selbst habe schlechte Erfahrungen mit der Handlungsweise der Verwaltung gemacht. Er halte nichts von Verboten und Regeln.

Dr. Thomas Trantzschel entgegnet, dass es überall Regeln gäbe, die meist auch sinnvoll sind und dem Schutz aller dienen. Zum Beispiel das Alkoholverbot für Autofahrer oder das Drogenhandelverbot. In Möser lebt die Mehrzahl der Bürger wegen der vielen Bäume. So sei es Aufgabe des Gemeinderates und des Ortschaftsrates dem Schutz der Gemeinschaft zu dienen.

Die Möseraner Ortschaftsräte sprachen sich zur Bildung einer kompetenten Arbeitsgruppe aus, um für Möser oder auch für anderer Ortschaften maßgeschneiderte Lösungen für den Schutz von Bäumen zu entwerfen.