Burg/Genthin l Um 400 Tonnen ist der Hausmüll im Jerichower Land im Vergleich zum Jahr 2013 gesunken. Das zeigt die Abfallbilanz des vergangenen Jahres. Demnach hat jeder Einwohner des Kreises 167 Kilogramm Hausmüll verursacht. Zwölf Kilo mehr als der Landesdurchschnitt aus der aktuellsten Erhebung des Jahres 2013. Fast unverändert blieb der Sperrmüll als fester kommunaler Abfall mit 32 statt 33 Kilogramm pro Einwohner. Hier habe sich das Abrufkartensystem sowie die Möglichkeit der Abgabe an den vier Kleinannahmestellen im Landkreis mittlerweile etabliert, so Dr. Henning Gehm, Geschäftsführer der Abfallwirtschaftsgesellschaft Jerichower Land (AJL).

Deutlich gestiegen ist dagegen der erfasste Bioabfall. 1026 Tonnen wurden von der AJL mehr erfasst als noch 2013. Das sind immerhin 14 Kilogramm mehr pro Einwohner (99 statt 85 Kilo). "Die Biotonne wurde noch mehr genutzt. Dadurch, dass der Winter praktisch ausgefallen ist, haben die Menschen die Tonnen bis in den Dezember hinein rausgestellt", begründet der AJL-Geschäftsführer. Obwohl der vom Umweltbundesamt veröffentlichte Zielwert von 120 Kilogramm noch deutlich verfehlt wird, ist Gehm mit dem Ergebnis zufrieden. "Es ist ein guter Wert. Wenn wir allerdings die Anschlussquote der Biotonne flächendeckend erhöhen, dann ist der Zielwert auch erreichbar", so der AJL-Geschäftsführer. Derzeit beträgt diese im ländlich geprägten Jerichower Land 65 Prozent. Um diesem Ziel gerecht zu werden, erarbeitet der Landkreis momentan noch ein Konzept. Nach AJL-Angaben machen Lebensmittelabfälle noch 15 Prozent des Restmüllanteils aus.

250 Tonnen Verpackungen eingesammelt

Bezahlt gemacht, hat sich auch die Einführung der gelben Tonne. Im Vergleich zum Jahr 2013 wurden rund 250 Tonnen Leichtverpackungen mehr eingesammelt. Auf den Einwohner gerechnet, sind das fünf Kilogramm mehr. "Wir haben bei der Tonne kaum Qualitätsverlust. Das Trennverhalten im Landkreis ist deutlich besser geworden. Das Umweltbewusstsein bei der Bevölkerung nimmt immer mehr zu", lobt Gehm. Problematisch sei weiterhin der vierwöchige Abfuhrrhythmus. "Noch werden zahlreiche Säcke daneben gelegt, die wir auch weiterhin mitnehmen werden. Darum plädieren wir für einen dreiwöchigen Rhythmus", erklärt der AJL-Geschäftsführer. Das ist aber die Entscheidung des Dualen Systems Deutschlands. Zur Systemumstellung 2016 will die AJL für den kürzeren Rhythmus eintreten.

Anders als beim Biomüll liegt der Landkreis bei den eingesammelten Elektroaltgeräten mit 6,4 Kilogramm pro Einwohner deutlich über den geforderten vier Kilogramm. Dieses Ergebnis zeigt sich allerdings auch landesweit bereits im Jahr 2013. Deutliche Unterschiede gegenüber den Landeswerten (108 Kilogramm pro Einwohner) aus dem Jahr 2013 zeigt der Landkreis beim eingesammelten Grünschnitt. 2014 wurden im Jerichower Land 218 Kilogramm pro Einwohner eingesammelt. Der AJL-Geschäftsführer weist aber auch daraufhin, dass der Grünschnitt ein Wertstoff ist, der nicht in allen Kreisen in Sachsen-Anhalt erfasst wird. "Ich kann das nur tun, wenn ich das Prozedere mit vielen flächendeckenden Sammelstellen auch bürgerfreundlich gestalte. Und bei uns im Landkreis werden die Sammelstellen von den Bürgern sehr gut angenommen", so der AJL-Geschäftsführer. Zudem sei das Jahr 2014 ein Wachstumsjahr gewesen, da der Winter fast ausgefallen sei. 2013 kam die AJL bei der Grünschnittsammlung auf 193 Kilo pro Einwohner.