Mit Jahresbeginn beginnt eine neue Förderperiode von Leader-Programmen zur Stärkung des ländlichen Raumes. Auch Möckern ist in einer der Arbeitsgemeinschaften, die nun Projekte anmelden müssen, um in den Genuss von Leader-Fördergeldern zu kommen.

Möckern l Leader steht für "Liaison Entre Actions de développement de l´Economie Rurale". Aus dem Französischen übersetzt bedeutet es die "Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft". Seit 1991 verfolgt die EU mit dieser Gemeinschaftsinitiative europaweit das Ziel, mit Hilfe von integrierten, gebietsbezogenen Entwicklungsansätzen die ländlichen Regionen zu stärken.

23 LAGs im Land

Derzeit gibt es im Land Sachsen-Anhalt 23 Lokale Aktionsgruppen (LAG). Sie werden sich im neuen Förderzeitraum bis zum Jahr 2020 100 Millionen Euro Fördergelder teilen können. Erfahrungsgemäß darf sich jede der LAGs Hoffnung auf mindestens drei Millionen Euro machen, sagt Elke Kurzke. Sie war in den voran-gegangenen Leader-Phasen als Projektmanagerin für die LAG "Mittlere Elbe-Fläming" zuständig, jene LAG, zu der neben den Regionen Zerbst, Coswig, Dessau-Roßlau und Oranienbaum/Wörlitz auch die Stadt Möckern zählt.

Im Foyer der Stadthalle Möckern kamen am Dienstag die Ortsbürgermeister und Stadtratsmitglieder der Einheitsgemeinde Möckern zusammen, um sich von Elke Kurzke erklären zu lassen, was sie sich von dem jetzt angelaufenen Leader-Förderprogramm versprechen dürfen.

Wesentlicher Bestandteil der Förderung ist das so genannte "bottom-up-Prinzip", welches eine starke Bürgerbeteiligung vorsieht. Neu in dieser Förderperiode ist der "CLLD"-Ansatz in der Förderpolitik. "Community-led Local Development" bedeutet übersetzt: "Von örtlicher Bevölkerung betriebene Maßnahmen zur lokalen Entwicklung". Zur Unterstützung dieser Maßnahmen und Projekte stehen von 2014 bis 2020 im Land Sachsen-Anhalt die EU-Fonds ELER, EFRE und ESF für die Leader-Akteure zur Verfügung.

Die Idee hinter diesem projektorientierten Fördermodell: private und öffentliche Akteure erarbeiten eine Strategie, wie Entwicklungsrückstände abgebaut, positive Entwicklungen verstärkt und Marktnischen gefunden werden können.

Im Umkehrschluss heißt das auch: Wo die Menschen vor Ort nicht im Ehrenamt sich selber überlegen, wie ihrer Region geholfen werden kann, da passiert auch nichts, da gibt es keine Förderung.

Daher erging am Dienstagabend auch an die Ortschaftsbürgermeister und Stadträte die Aufforderung, sich jetzt schnell Gedanken zu machen, welche Projekte eingereicht werden könnten. "Sie kennen die Gegebenheiten, die Probleme und die Möglichkeiten vor Ort am besten", wandte sich Elke Kurzke an die versammelten Kommunalpolitiker. Das Leader-Management stehe allen Bürgern offen, sagt sie. In Zusammenkünften wie der in Möckern sollen die Akteure vor Ort den Projektmanagern wie Elke Kurzke sagen, was in das neue Konzept geschrieben werden soll. Viel Zeit bleibt ihnen indes nicht: Bis Ende Februar sollen die Vorschläge vorliegen.

Tourismus, Natur und Jobs

Gefördert werden etwa Projekte, die sich positiv auf den Tourismus in der Region auswirken oder die Natur berücksichtigen. Auch die Förderung von neuen Arbeitsplätzen ist möglich. In den vergangenen Förderperioden hatten mit solchen Mitteln etwa die Kulturscheune in Friedensau, die Ausschilderung des optischen Telegrafen-Radweges oder die Sanierung des Hobecker Gemeindehauses realisiert werden können. Auch für die Burganlage Loburg waren in der vergangenen Förderperiode Projekte angemeldet. Ein weiteres Projekt, welches schon jetzt Vorbildfunktion hat, konnte mit Leader-Mitteln auf den Weg gebracht werden: die Straße der Spätgotischen Flügelaltäre.

Bei der Veranstaltung machte Möckerns Stadtbürgermeister Frank von Holly (CDU) Mut, auch ungewöhnliche Projekte anzumelden: "Wir müssen jetzt den gesteckten Rahmen mit unseren Wünschen füllen, um unseren Bedarf an Förderung anzumelden."

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