Goethepark und Flickschupark bleiben grüne Oasen für die Landesgartenschau (Laga) 2018. In diesen Bereichen haben Fachleute jetzt die Bäume akribisch unter die Lupe genommen. Ihr Rat ist wichtig, um auszuloten, welche Exemplare stehenbleiben oder gefällt werden müssen.

Burg l Die Bäume in beiden Parkanlagen haben Generationen überlebt und könnten Geschichten erzählen. Für die Laga - der Höhepunkt in vier Jahren - sind sie nun allesamt nummeriert und farblich markiert - als wesentliche Grundlage für die weitere Planung. "Dabei geht es um vorrangig um Baumpflege und Verkehrssicherheit", erklärt Christoph Beckschulte, Geschäftsführer der Trias-Planungsgruppe aus Berlin, die seit Dezember 2014 im Auftrag der Stadt Burg als speziell ausgebildete Baumgutachter im Goethepark, Flickschupark, aber auch am Weinberg und in den Ihlegärten unterwegs war.

Rund 1100 Bäume wurden erfasst, kontrolliert und gekennzeichnet. Jeder Baum wurde begutachtet, dabei waren verschiedenste Kriterien abzuarbeiten, darunter Pilzbefall, Stabilität der Äste, Zustand der Baumrinde, artenschutzrechtliche Betrachtung, Bewertung bei Rückbau von Gebäuden und Baumfällungen", erläutert der Gutachter. Gleichzeitig wurden alle Bäume mit einer kleinen Aluminiumplakette, die in einer Höhe von 2,50 Meter Höhe am Baum angebracht wurde, markiert. Auf ihr ist eine Nummer eingefräst, die dann in das Baumkataster übertragen wird. Das gibt wiederum Aufschluss über die Art des Baumes, seinen Standort und vermerkt Angaben zu Höhe, Stammumfang und Gesundheitszustand. Grüne Markierungen an dem Bäumen hingegen bedeuten: Die Bäume sollen gefällt werden.

Für Fällungen werden auch Ersatzmaßnahmen geplant

Die abschließenden Ergebnisse des Gutachtens sollen in diesen Tagen vorliegen. "Auch die Umsetzung der denkmalpflegerischen Belange, des Gestaltungskonzeptes der einzelnen Kernbereiche sowie geplante Bau- und Pflegemaßnahmen werden letztlich dazu führen, dass Bäume weichen müssen. Dazu werden die Fällungen mit dem Laga-Ausschuss des Stadtrates, der Verwaltung, dem Gutachter und dem Generalplaner abgestimmt", erläutert Projektgruppenleiterin Sonnhild Noack. Alle Akteure wüssten um das sensible Thema von Baumfällungen. "Deshalb haben die Planungen natürlich auch die Aufgabe, sich mit den erforderlichen Eingriffen auseinanderzusetzen." In diesem Zusammenhang würden auch die Ersatz- und Ausgleichspflanzungen im Rahmen der Gesamtinvestition mit eingeplant, ergänzt Sonnhild Noack.

Umgestaltungen seien aber in jedem Fall notwendig. Denn beide Parkanlagen sollen aufgewertet und auch nach der Landesveranstaltung für Freizeit und Erholung dienen. Der Goethepark soll beispielsweise mit seinem historischen Wegesystem, vielfältigem Grün, Ruhezonen oder Spielwäldchen den Eingang zur Laga bilden. Am anderen Ende wird der Flickschupark mit Seeterrasse, Spielplatz und Aussichtsplattform die typische Ihlelandschaft widerspiegeln.