Wülpen/Schweinitz l Projektile, Reifenspuren und DNA-Spuren haben die Polizeibeamten auf die richtige Fährte gebracht. Jetzt muss sich ein 32-jähriger Mann aus Zerbst verantworten, in Wildschweingatter eingebrochen und acht Wildschweine erschossen oder so schwer verletzt zu haben, dass Jäger sie von ihrem Leiden erlösen mussten.

Rückblick: Im Oktober 2013 bricht ein Unbekannter in ein Wildschweingehege in Wülpen ein und erlegt eine Bache. Das 150 Kilogramm schwere, getötete Tier nimmt er mit, drei andere Wildschweine werden von seinen Schüssen so schwer verletzt, dass sie später getötet werden müssen. Insgesamt war ein Schaden von 1500 Euro entstanden. Die Betreiber hatten nach der Tat 1000 Euro Belohnung für sachdienliche Hinweise ausgesetzt.

Einen Monat später werden vier Wildschweine in einem Gatter zwischen Loburg und Schweinitz erschossen. Der Wildzaun wurde aufgeschnitten und drei der Tiere hat der Unbekannte mitgenommen. Das vierte Tier war angeschossen noch einige Meter geflüchtet. "Deswegen haben die Täter es wohl nicht mehr gefunden", reagierte Gattermeister Bernhard Runge damals entsetzt.

Eineinhalb Jahre später leben im Schweinitzer Gatter wieder drei neue Tiere, mit denen junge Jagdhunde lernen, sich an Schwarzwild zu gewöhnen. Und die Polizei hat den Täter gestellt. Polizeisprecher Thomas Kriebitzsch zur Vernehmung des Tatverdächtigen: "Er ließ sich zu den Vorwürfen ein." Der Verdächtige gab zu, dass Fleisch für sich selbst und Bekannte verarbeitet zu haben. Die Akten des 32-Jährigen aus Zerbst liegen jetzt bei der Staatsanwaltschaft. Der Polizei war er bereits durch Eigentums- und Betäubungsmitteldelikte bekannt. Projektile, Reifenabdrücke und ein verlorenes Kleidungsstück haben den Täter verraten.

Bei der Tat in Wülpen soll der Tatverdächtige laut Polizei-Ermittlungen Unterstützung eines 26-Jährigen gehabt haben. Auch in diesem Gatter leben mittlerweile wieder ausgewachsene Wildschweine. "Ein Tier war übrig geblieben und zwei Frischlings-Bachen kamen aus dem Wildpark Weißewarte zu uns", sagt Klaus Sauermilch, der sich um das Gatter kümmert. Die Schäden seien längst repariert und eine der Bachen hat gerade drei eigene Frischlinge zur Welt gebracht. Zur Überwachung und der Sicherheit der Tiere, wurde in Wülpen jetzt eine Wildkamera angebracht.