Burg/Genthin l Obwohl sich die meisten Hilfesuchenden wegen Alkoholproblemen an die Drogen- und Suchtberatungsstelle des Paritätischen im Jerichower Land wenden, sehen Polizei und Suchtberater eine deutliche Zunahme der Konsumenten von chemischen Substanzen wie Crystal Meth oder Methamphetaminen.

"Kokain spielt im Jerichower Land eher weniger eine Rolle. Aber Crystal ist gerade bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein echtes Problem", sagt Thomas Kriebitzsch, Polizeisprecher im Jerichower Land. Aktuelle Zahlen für 2014 liegen noch nicht vor, es sei aber mit einem weiteren Anstieg zu rechnen.

Der Stoff kann bereits beim ersten Konsum zu einer Abhängigkeit führen. Auch äußerlich setzt schnell ein Verfall ein, der auf eine Sucht nach den in chemischen Laboren hergestellten Stoff schließen lässt.

Auch Andreas Fehrecke, Drogen- und Suchtberater des Paritätischen im Jerichower Land bestätigt: "Besonders bei Crystal und Methamphetaminen sehen wir eine deutliche Zunahme der Konsumenten." Im vergangenen Jahr waren es 52 Hilfesuchende.

"Hier sind auch Eltern, Schulen oder Sportvereine in der Pflicht, junge Menschen aufzuklären, zu warnen und wenn sich bereits ein Suchtproblem abzeichnet, entsprechend Hilfestellung anzubieten", sagt Kriebitzsch. Das Angebot der Beratungsstellen in Burg und Genthin bietet ein freiwilliges, kostenfreies und anonymes Hilfeangebot. Die Unterstützungsleistungen beginnen beim einfachen Gesprächsangebot, können aber, je nach Wunsch der Klienten bis hin zur Vermittlung von Entgiftung, Entwöhnung, Sozialberatung und Vermittlung in eine Selbsthilfegruppe reichen. Die Berater unterliegen dabei einer Schweigepflicht.

"Für jeden Menschen ist Gosse was anderes. Eine Sucht kann durch vieles ausgelöst werden. Hoffnungslose Fälle gibt es nicht, aber man muss sich der Thematik stellen", sagt Fehrecke, der seit 19 Jahren in Genthin berät.

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