Wendgräben l Proppevoll waren der Saal und das angrenzende Kaminzimmer von Schloss Wendgräben. Zahlreiche Vertreter aus Wirtschaft, Gesellschaft und Kommunalpolitik, darunter Stadträte und Ortschaftsratsmitglieder, ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen, am Sonnabend zu schauen, ob sich unter der Regie des neuen Schlossbesitzers schon etwas im Schloss verändert hat. Der Geschäftsmann Max Linke, der Geschäftsführer der Apollona GmbH Ekkhard Horstmann und der Landschaftsarchitekt Hans-Jörg Halbmeier hatten gut zu zun alle ihre Gäste persönlich zu begrüßen.

Im Schloss selbst hat sich bislang nicht viel verändert: "Nach und nach wollen wir die Gästezimmer auf Vier-Sterne-Niveau bringen", erklärte Max Linke. Die meisten Gästezimmer dürften jedoch in wenigen Jahren in einem Bettenhaus entstehen, das die Investoren gleich hinter dem historischen Wulffen-Sitz planen. Dazu sind noch Genehmigungen der Denkmalschutz- und Baubehörden nötig.

Viel Kultur geplant

Ziel der neuen Schlossbesitzer ist, Fahrsicherheitsangebote für Autofahrer über 60 und Kundenbindungsangebote für Apotheker anzubieten. "Ich gebe Ihnen mein Wort, dass wir viele Menschen nach Wendgräben bringen werden", versprach Apollona-Geschäftsführer Horstmann den Anwesenden. Auch kulturelle Angebote soll es geben. Max Linke als nunmehr siebter Nutzer des Schlosses schweben etwa Lesungen oder "märchenhafte Wochen" im Schlosspark vor. Der sonst wortreiche Linke fasste sich am Sonnabend vor seinen Gästen kurz: "Gemeinsam werden wir in den kommenden Jahren Schloss Wendgräben erfolgreich umsetzen!" Zu seinem Konzept zählt auch ein Fahrsimulatorenzentrum bei Möckern und ein Fahrschulinternat im Schloss.

Der Enkel des Schlosserbauers, Ulrich von Wulffen, würdigte das Vorhaben von Max Linke: "Sie haben eine Vision. Ihre Idee ist fantastisch."

Auch der Freundeskreis Wendgräben darf das Schloss weiterhin als Heimstatt begreifen. Geschäftsführerin Christa Nowak - nach eigenen Aussagen "heute der glücklichste Mensch" - versicherte, dass der Verein sich auch weiterhin im Schloss mit seinen drei Standbeinen einbringen wolle: Kultur, Kunst und Politik: "Wir haben wieder ein Zuhause", freute sich Christa Nowak. Ohne die bislang mit agierende Konrad-Adenauer-Stiftung werde der Bereich Politik bei der Vereiensarbeit aber wohl schmaler als bis zuletzt ausfallen. Als erste Kostprobe schenkte der Freundeskreis den Gastgebern als Kulturbeilage das "Duo Ohrenfreut" alias Peter Siche und Michaela Rettkowski.

Apropos Kostprobe: Die Gäste wurden am Sonnabend bereits mit Häppchen, Torten und Kuchen aus der Schlossküche versorgt. Nicht wenige Menschen in der Region hoffen darauf, dass der öffentliche Hotel- und Gastrobetrieb erhalten bleibt. Die Investoren bestätigten dies am Sonnabend und kündigen an, statt standardisiertem Hotelbetrieb ein "Gefühl vom Leben im Schloss" vermitteln zu wollen. Ab 1. März ist die Gastronomie geöffnet. Der neue Koch im Schloss, Joachim Althof, hat sich auf die Fahne geschrieben, gehobene Küche zu bodenständigen Preisen zu bieten. Auch ein Trauzimmer der Stadt bleibt.

Schon mehr Veränderungen sind derzeit im Schlosspark zu sehen. Unter der Hand von Hans-Jörg Halbmeier wird ein Konzept der Gartenbauarchitektin Ulrike Bischoff umgesetzt. Es sieht vor, dem Park in drei bis fünf Jahren wieder sein Aussehen von 1920 zu geben. Und so sind schon einige Büsche gestutzt und Wildwuchs beseitigt worden. Ein Nahziel Halbmeiers ist, bis Pfingsten die Wege neu zu befestigen.

   

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