Loburg/Möckern l Noch steht der Beschluss durch den Kreistag zur Schulschließung aus, noch darf abgewartet werden, ob der Landkreis Jerichower Land sich mehr Bedenkzeit erbittet und diese auch erhält. Doch schon jetzt muss gefragt werden, wie es ab 2016 mit der Beschulung der Loburger Schulkinder weitergehen soll und was aus der Immobilie am Kalitzer Weg wird.

Eine Anfrage im Landkreis Jerichower Land zu einer möglichen Nachnutzung der Loburger Sekundarschule beantwortet Pressesprecher Henry Liebe: "Zunächst wird abgewartet, wie sich der Kreistag dazu positioniert. Dann müssen wir nachdenken. Grundsätzlich ist aber alles möglich. Ein Verkauf der Immobilie ist denkbar, ebenso zunächst nur die Sicherung des Gebäudes."

"Es darf nicht noch so ein Fiasko geben, wie mit dem Schulgebäude im Triftweg!" - Frank von Holly, Stadtbürgermeister

In Loburg lässt so eine Antwort keine guten Gedanken aufkommen: Denn seit der Schließung der ehemaligen Sekundarschule am Triftweg, gammelt das dortige ehemalige Schulgebäude vor sich hin. Laut Kenntnis von Loburgs Ortsbürgermeister Bernd Wünschmann hatte eine Immobiliengesellschaft das Gebäude vor Jahren gekauft: "Die Gesellschaft hatte vor, dort zu investieren, was aber bis heute nicht geschehen ist. Man lässt die Schule verkommen." Über eine mögliche Nachnutzung der Sekundarsschule am Kalitzer Weg hat sich der Loburger noch keine Gedanken gemacht.

Möckerns Stadtbürgermeister Frank von Holly hofft, dass aus Loburgs Sekundarschulkomplex nicht noch so eine Ruine wird wie am Triftweg: "Es darf nicht noch so ein Fiasko geben, wie dort", sagt der Stadtchef. Mit Blick auf die angekündigte Schließung der Sekundarschule am Standort Loburg zeigte er sich froh, dass die Loburger Sporthalle nicht am Kalitzer Weg, sondern am Markt gebaut worden ist. "Die Auslastung der Halle steht auch nach dem Weggang der Sekundarschule nicht in Frage", sagt Frank von Holly auf eine diesbezügliche Frage. Die Halle sei von Beginn an nicht nur für den Schulsport gebaut worden: "Loburg braucht so eine Halle."

Damit ab dem Jahr 2016 auch die neu hinzukommenden Schüler der Loburger Schule in Möckern unterrichtet werden können, soll nach Forderung des Landesschulamtes in die Sekundarschule Möckern investiert werden. Nach Aussagen des Landkreissprechers Liebe wird ein neuer Anbau an die Sekundarschule favorisiert.

Die Alternative wäre, die direkt an die Sekundarschule anschließende alte Grundschule Möckern zu nutzen.

"Unser Expertenteam kommt zu dem Ergebnis, dass ein Neubau auf eigenem Grund preiswerter ist." - Henry Liebe, Landkreis-Sprecher

Doch es gibt unterschiedliche Eigentumsverhältnisse: Der Ziegelflachbau gehört der Stadt Möckern - der Sekundarschul-Bereich dem Landkreis. "Unser Expertenteam hatte sich mit der Thematik schon beschäftigt und kommt zu dem Ergebnis, dass ein Neubau auf unserem eigenen Grund preiswerter sein wird", erklärt Kreissprecher Henry Liebe.

Wieso dieses Expertenteam überhaupt jetzt schon tätig geworden ist, erklärt Liebe so: "Wir mussten uns Gedanken machen, denn laut Konzept für die Gemeinschaftsschule Möckern/Loburg war ja offensichtlich, dass es nur um den temporären Erhalt des Schul-standortes Loburg geht."

Möckerns Stadtbürgermeister Frank von Holly mahnt indes an, den bestehenden Schulhof der Möckeraner Schule für einen Neubau nicht zusätzlich zu verkleinern, zumal die demografische Entwicklung darauf hinweise, dass die Schülerzahlen in der Einheitsgemeinde in Zukunft weiter zurückgehen.

Finanziert werden könnte die nun geforderte bauliche Ertüchtigung am Standort Möckern mit Geldern, die für die Loburger Sekundarschule im Kreishaushalt standen, aber nie verwendet wurden, wegen der lange nicht geklärten Bestandsfähigkeit der Loburger Schule. 1,5 Millionen stehen da zur Rede. "Eventuell wieder freie Gelder könnten für Möckern genutzt werden", formuliert es Henry Liebe.

Wie ab 2016 ein vernünftiger Schülertransport gewährleistet werden könnte, sollen die zuständigen Stellen klären.