Auf der Jahreshauptversammlung der Biederitzer Freiwilligen Ortsfeuerwehr standen mehr die Herausforderungen und Ziele in der Zukunft als die Bilanz des Vorjahres im Mittelpunkt.

Biederitz l An das Rednerpult tritt Stephen Metscher, um den Jahresbericht der Freiwilligen Ortsfeuerwehr zu geben. Er ist der zurzeit amtierende Ortswehrleiter. Nach fünf Jahren Amtszeit hatte vor einigen Wochen Ronald Schmidt überraschend aus persönlichen Gründen seinen Rücktritt erklärt. Metscher dankte Roland Schmidt für seine Führungstätigkeit.

Zu einer Neuwahl kam es auf der Jahreshauptversammlung nicht. Das war auch nicht geplant. Der amtierende Wehrleiter sagte, man sei sich mit dem Gemeinde- und dem Ortsbürgermeister sowie dem Gemeindewehrleiter einig darüber geworden, die Neuwahl in Ruhe anzugehen, um zum Schluss zu einer dauerhaften Lösung zu kommen. Dennoch nannte Metscher eine Frist von sechs Monaten als Ziel.

Auch Gemeindebürgermeister Kay Gericke und der Heyrothsberger Ortswehrleiter Heino Riethmüller bestärkten die Biederitzer Kameraden darin, jetzt nicht einen Schnellschuss zu machen. Metscher rief die Kameraden auf, für sich selbst zu überlegen, ob eine solche Position etwas für jemanden wäre. Sollte sich eine geeignete Person finden, würde eine Neuwahl zügig herbeigeführt.

Unruhe auch in der Jugendfeuerwehr

Auch die Leitung der Jugendfeuerwehr ist durcheinander geraten. Patrick Herzog und auch sein Stellvertreter Jens Rexin hatten ihre Rücktritte erklärt. Die Leitung der Jugendfeuerwehr liegt nun in den Händen von Christian Merker, der in seinem Jahresbericht hervorhob, dass die enge Kooperation mit der Jugendfeuerwehr Heyrothsberge eine wichtige Basis der erfolgreichen Nachwuchsgewinnung sei. Die Biederitzer Jugendfeuerwehr verlor zwar im Vorjahr wegen Wohnungswechsels oder Berufsausbildung sowie durch die Übernahme von Jugendlichen in die aktive Wehr sieben Mitglieder, konnte zu Beginn 2015 aber erneut drei Jugendliche gewinnen.

In die Zukunft blickte auf seiner Grußansprache auch Gemeindebürgermeister Kay Gericke. Er erläuterte, dass er im März auf der Gemeinderatssitzung einen Grundsatzsbeschluss zum Bau des bereits in Aussicht gestellten Anbaus für das Gerätehaus auf den Weg bringen wolle. Insgesamt würde die Gemeinde Biederitz für die Feuerwehr trotz klammer Kassen 169 100 Euro ausgeben. Doch sei der Bedarf, wie die Feuerwehrbedarfsplanung der Gemeinde Biederitz ausweist, deutlich größer. Gericke machte erneut die Landespolitiker für das Finanzausgleichsgesetz verantwortlich, das zu einer strukturellen Unterfinanzierung der Kreise und Kommunen führt.

Auf diesen Einwurf reagierte der SPD-Landtagsabgeordnete Matthias Graner. Er verwies darauf, dass das Land schon viel zu viele Schulden gemacht habe. Dennoch müsste man schauen, dass man mit dem neuen Finanzausgleichsgesetz für die Kommenden bessere Chancen schaffe.

Neuer Leiter bei der Partnerwehr

Gern gesehene Gäste sind in Biederitz die Kameraden der Partnerwehren aus Brechtorf und Vechelde/Wahle. Michael Hanne stellte sich als neuer Ortsbrandmeister von Vechelde/Wahle vor. Er wünschte den Biederitzern eine gute Entwicklung, vor allem eine hohe Tagesalarmsicherheit, eine hochmotivierte Mannschaft und eine gute Kameradschaft.