Am Sonntag, 22. März, sind fast 12 000 Wahlberechtigte in der Einheitsgemeinde Möckern aufgerufen, ihren hauptamtlichen Stadtbürgermeister neu zu wählen. Die Volksstimme stellt die beiden Kandidaten in dieser Woche vor. Den Beginn macht heute der Amtsinhaber Frank von Holly-Ponientzietz, (CDU).

Möckern l Am 24. Februar 2008 wählten die Möckeraner Frank von Holly-Ponientzietz zu ihrem Bürgermeister als Nachfolger von Dr. Udo Rönnecke. Jetzt, sieben Jahre später, muss wieder gewählt werden. Frank von Hollys Amtszeit endet am 7. Juli.

Frank von Holly möchte seine Arbeit fortsetzen: "Es hat mir Spaß gemacht und ich habe mehr geschafft als ich zu Beginn geglaubt habe. Wegen der großen Fußabdrücke meines Vorgängers Dr. Udo Rönnecke hatte ich zuerst große Bauchschmerzen, ob ich das schaffe. Ich bin gemessen an den Aufgaben und Problemen, die wir als Gemeinde haben, mit den Ergebnissen im Großen und Ganzen sehr zufrieden. Deswegen möchte ich gerne weiter machen", sagt der 51-Jährige. Schon zu Beginn des Volksstimme-Gespräches mit dem Bürgermeisterkandidat wird klar: ein Ausblick auf die mögliche zweite Amtszeit ist auch ein Rückblick auf die sieben vergangenen Jahre.

Er ist überzeugt, dass es den Bürgern hier in der Region eigentlich gut geht. "Die einst von Helmut Kohl angekündigten Landschaften blühen wirklich. Vieles ist schneller gegangen, als wir glaubten."

Frank von Holly nennt die Sanierung von Kindertagesstätten und Schulen in der gesamten Stadt. "Da gab es riesengroße Unterschiede. Im Bereich Schulen gibt es noch Restarbeiten, aber bei den Kindergärten sind wir durch, wenn die Kita Loburg fertig ist. Da hätte ich gedacht, das dauert bis 2020".

Den Neubau der Sporthalle in Loburg sieht Frank von Holly als "Zeichen, dass wir als Gemeinde leistungsfähig sind". Der Hallenneubau sei die größte Investition, die die Stadt seit 1998 gestemmt habe. "Das hatte anfangs keiner geglaubt, als ich das versprochen habe. Der Landkreis hätte sie nicht gebaut und Loburg allein hätte sie auch nicht bauen können." Von den Gesamtkosten für die Sporthalle habe die Stadt Möckern über eine Million geleistet, so von Holly.

"Wir sind schon ganz gut zusammengekommen"

Frank von Holly weiß: es gibt noch vieles, was noch nicht erledigt ist. Zum Beispiel den Bereich Straßen. "Den ersten Bauabschnitt der Kreisstraße in Rosian haben wir geschafft. Auf den haben die Bürger 20 Jahre gewartet. Wir haben es leider nicht geschafft, den zweiten Abschnitt hinterher zu ziehen." Unzufrieden ist von Holly diesbezüglich jedoch nicht mit seiner eigenen Verwaltung. Kreisstraßen sind Angelegenheit des Landkreises.

So stolz er auf die Erfolge bei den Kitas ist, so unzufrieden ist Frank von Holly mit den Unterschieden im Zustand der Straßen in den Orten: "Da sieht man am besten, wo wir hergekommen sind."

Zum Ist-Zustand der Einheitsgemeinde befragt, sagt der Stadtbürgermeister: "Ich sehe alle Orte gemeinsam, von Büden bis Schweinitz und Reesdorf bis Wallwitz. Wir sind schon ganz gut zusammengekommen." Der Amtsinhaber hat sich zum Ziel gemacht, dass sich die Stadt Möckern als Einheitsgemeinde sieht. Dass aus der Vorgabe der Landesregierung ein von Menschen getragenes Bündnis wird und die Menschen in den 27 Dörfern ein Wir-Gefühl entwickeln. "Heute gibt es schon eine gemeinschaftliche Wahrnehmung", sagt von Holly.

Bei den Freiwilligen Feuerwehren habe das als erstes funktioniert. "Bei der gemeinsamen Ausbildung wächst die Jugend als erstes zusammen."

Schwächen bei Zusammenwachsen der Einheitsgemeinde sieht der Amtsinhaber noch da, wo die Leute noch in alten Schemen denken: "Wir müssen alte Mauern einreißen. Aber das ist natürlich nicht in 20 oder 30 Jahren erledigt", weiß er. "Wir müssen aber auch akzeptieren, dass wir alle Individuen sind, meint Frank von Holly. "Das erklärt sich meiner Ansicht nach in dem Begriff `kommunale Familie` ganz gut: es gibt immer Angehörige, also Dörfer, die sich näher stehen als andere".

"Die Größe der Stadt bietet auch Vorteile"

Aus wirtschaftlicher Sicht habe man bis heute zumindest im Ergebnis fast ausgeglichene Haushalte erreichen können.

Wenngleich die Größe der Stadt meist als Problem wahrgenommen wird, sieht der noch amtierende Stadtbürgermeister mit CDU-Parteibuch darin mehr Potential, als wenn die Stadt kleiner wäre: "Wir kommen aus drei Verwaltungsgemeinschaften. Durch die Fusion können wir schlagfertiger agieren", nennt Frank von Holly den Vorteil der Zusammenlegung von Verwaltungen. Er erinnert daran: "Wir haben im Zuge der Eingemeindungen geworben, aber wir haben keine Gemeinde vereinnahmt. Den Weggang von Schopsdorf nach Genthin bezeichnet er als "Enttäuschung".

Das Klima im derzeitigen Möckeraner Stadtrat sieht Frank von Holly mit Skepsis: "In den vergangenen 20 Jahren ging es da nicht um `Mein` und `Dein`. Eine Polarisierung ist ein schleichtes Vorbild."

Seine Ziele für eine zweite Amtszeit umschreibt der Amtsinhaber mit Kontinuität. Ein Schwerpunkt liege daher weiterhin im Ausbau der Infrastruktur. "Wir brauchen die Grundstrukturen in der ganzen Stadt", sagt von Holly. Nicht überall in der Einheitsgemeinde sind die schon gegeben, weiß er. Sein Handeln in möglicherweise kommenden sieben Jahren als Bürgermeister werde er nicht von der Verteilung von Wählerstimmen in den Ortschaften abhängig machen.

Dass es nur einen Gegenkandidaten für das Bürgermeisteramt gibt, ist für den Amtsinhaber ein Zeichen dafür, "dass das Feld bisher so schlecht nicht bestellt worden ist".

Die Bewerber stellen sich am 12. März um 19 Uhr in der Stadthalle Möckern, Lochower Weg, in einer Einwohnerversammlung vor.