Burg l Nils Schleehofer aus Dörnitz hat lange überlegt, was er beruflich machen möchte. Interesse für Autos und Motoren hatte er aber schon immer. "Mir hat lediglich das fachliche Verständnis gefehlt", sagt der 25-Jährige. Er entschied sich für eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker. Marcus Stiele hat sich damit gar einen Kindheitstraum erfüllt. "Ich habe mit meinem Vater und auch mit Freunden immer wieder an unseren Mopeds geschraubt und gebastelt. Da fiel mir die Wahl der Ausbildung dann sehr einfach." Gelernt hat der Büdener in Königsborn. Beide gehören zu den insgesamt 19 Auszubildenden, die am Mittwoch freigesprochen wurden. 16 von den Elektronikern, Kfz-Mechatronikern und Metallbauern nehmen an der feierlichen Übergabe der Gesellenbriefe in der Burger Berufsschule teil.

Landrat Steffen Burchhardt bezeichnet den Tag der Freisprechung als Meilenstein im Leben der Auszubildenden. "Sie können stolz auf sich sein, dass sie beharrlich an einer Sache dran geblieben sind und sich immer weiterentwickelt haben." Eine Ausbildung sei ein wertvolles Gut, was einem niemand mehr wegnehmen werde. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels würden Firmen gut daran tun, sich frühzeitig um ihre Auszubildenden zu kümmern, damit diese auch in der Region bleiben, so der Landrat. "Die Zeit spricht eindeutig für sie", sagt er mit Blick auf die Gesellen.

Das kann Burgs Bürgermeister Jörg Rehbaum nur ergänzen. "Die heimische Wirtschaft braucht sie." Die Freisprechung sei eine wundervolle Tradition des Handwerks. Während der dreieinhalb Jahre Ausbildung hätten die Gesellen ein Rüstzeug erlangt, dass überall auf der Welt gebraucht werde, so Rehbaum. Er nutzt den Tag aber auch, um sich bei den verschiedenen Ausbildungsbetrieben zu bedanken. Er beziffert die Kosten für einen Ausbildungsplatz auf 25000 Euro.

Kreishandwerksmeister Konrad Zahn gratuliert den Gesellen zum "fachlichen Führerschein für das Berufsleben". Die Region habe nun 16 Mann mehr, die etwas vom Fach verstehen. Gleichzeitig nimmt er den jungen Männern ein wenig die Angst vor der Zukunft. "Das Handwerk ist der vielseitigste Wirtschaftszweig. Sie müssen sich keine Sorgen um die berufliche Zukunft machen", so der Kreishandwerksmeister. Leistungsbereitschaft und Einsatz zahlen sich laut Zahn immer aus. Dennoch ist die Zeit des Lernens nicht vorbei. Berufliche Weiterbildungen bis hin zur Meisterschule könnten die Gesellen in Zukunft begleiten. "Sie haben es in der Hand, was sie aus ihrem Beruf machen", betont Zahn. Dabei plädiert er ein wenig in Richtung der Selbstständigkeit. "In zehn Jahren suchen 50 Prozent der Handwerksmeister junge Nachfolger. Haben Sie Mut zum Risiko."

Nils Schleehofer und Marcus Stiele stehen noch am Anfang ihrer beruflichen Karriere. Während Marcus bei seiner Firma in Königsborn bleiben wird, schaut Nils sich weiter um. "Am liebsten würde ich natürlich in der Region bleiben", sagt der Dörnitzer. Die Gesellen haben aber einen ersten Schritt in Richtung Berufsleben gemacht, und dafür mussten beide nicht lange überlegen.