Rehe und Damhirsch "Heinrich" waren auf dem Burger Ostfriedhof ständige Gäste - mit unliebsamen Folgen: Der Verbiss auf den Gräbern sorgte für Ärger. Nach Zaunbau, Torreparaturen und dem Vertreiben der Rehe sind diese nun dort, wo sie hingehören: im Wald.

Burg l "Welcher Friedhof hat schon (s)einen Hirsch?" So titelte die Burger Volksstimme Ende Juli 2013. Der junge Damhirsch "Heinrich" war mit seinen Schaufeln ein imposanter Star auf dem Ostfriedhof. Er war vom benachbarten Gatter im Brehm ausgebüxt und hatte das knapp 16 Hektar große Friedhofsgelände als neues Revier auserkoren. Ganz ohne Scheu war er sogar am Haupteingang anzutreffen. Während sich die einen Besucher schnell mit "Heinrich", übrigens noch jung an Jahren, anfreundeten, hatten andere schon eine gehörige Portion Respekt oder auch Angst. Wie auch immer: "Heinrich" hat zwar mehr herumgetrampelt als die frisch bepflanzten Gräber kahlgefressen - auf einen Friedhof gehört er jedenfalls nicht. So blieb letztlich keine andere Wahl, als den Hirsch mit einem Narkosegewehr zu betäuben und ihn eine neue Heimstätte zu geben. Wieder in einem Gatter, etwa 15 Kilometer von Burg entfernt.

Ein viel größeres Problem stellten allerdings die acht Rehe dar, die auf dem Friedhof über Jahre hinweg täglich einen gedeckten Tisch vorfanden, so manche aufwendige und teure Grabbepflanzung zunichte machten. Manche Gräber wurden von den Angehörigen sogar umzäunt.

Die Stadt musste nach zahlreichen Beschwerden handeln und erlaubte sogar nach Abstimmung mit dem Landkreis eine zeitlich befristete Einzeljagd auf dem Gelände. Peter Wallstab aus Burg, ein erfahrener Weidmann, konnte drei Rehe erlegen, resümiert Wieland Günther von der Stadtverwaltung. In einer großangelegten Aktion durchtrieben Mitarbeiter des Bauhofes das Areal - mit dem Ziel, dass weitere Tiere durch die geöffneten hinteren Tore das Weite suchen (Volksstimme berichtete).

Letztlich hat die Stadt mehr als 14 000 Euro in die Hand genommen, um genau vor einem Jahr einen 120 Meter langen und 1,80 Meter hohen Doppelstabgitterzaun zu installieren und das Tor der Wirtschaftseinfahrt und am Flämingsteig zu erneuern. "Denn es hatte sich zuvor gezeigt, dass die Tiere von der Mülldeponie zum Friedhof wechselten und die 60 Zentimeter hohe Bossensteinmauer mühelos übersprangen", erläutert Wieland Günther. Zudem wurde der Zaun an der Seite zum Stadtwald auf 1,60 Meter erhöht. "Diese Maßnahmen haben sich ausgezahlt - zu 100 Prozent", versichert Günther. Wildverbiss auf den Gräbern sei nun kein Thema mehr.