Burg l Der Schulstandort Möckern soll bis zum Schuljahr 2016/17 befähigt werden, um zusätzlich die Loburger Schüler aufzunehmen. So ist es auch in dem aktuellen Bescheid des Landesschulamtes zu lesen, den Landrat Steffen Burchhardt (SPD) am Mittwoch im Kreisausschuss zitiert. Dagegen muss er jetzt fristgerecht, das bedeutet bis zum 2. April, Rechtsmittel einlegen.

Nicht nur die Ausschussmitglieder haben ihn einstimmig mit einem Antrag dazu aufgefordert. Sondern auch rechtlich bliebe ihm keine andere Möglichkeit. Da der aktuelle Beschluss des Kreistages vom vergangenen Herbst gilt. Und darin steht: "In Loburg bleibt eine Außenstelle der Gemeinschaftsschule, solange wie es die Schülerzahlen erfordern", macht Kommunalpolitiker Andreas Fischer (FDP/WG/FW) noch mal deutlich: "Dieser Bescheid kommt jetzt Knall auf Fall während der Konzeptionierung der Gesamtschule."

Es sollte wenigstens eine auslaufende Beschulung möglich sein. Bleibt auch im kommenden Schuljahr die Loburger Außenstelle in Betrieb, steht für den Landrat fest: Das Risiko, das der Landkreis täglich trägt, weil das Schulgebäude nicht den aktuellen Brandschutzbestimmungen gerecht wird, geht er dann nicht mehr ein. "Wir müssen dann unbedingt ein Mindestmaß an Sicherheit schaffen, es gibt dort keine einzige Brandschutztür", erklärt Kreisvorstand Bernd Girke. Und spricht von einer Investition in Millionenhöhe.

Um der geforderten Lösung vom Landesschulamt nachzukommen, wäre vorerst keine Investition nötig. Die Räumlichkeiten des ehemaligen Grundschulgebäudes neben der Möckeraner Schule würden vorerst für alle Schüler ausreichen. "Doch um die Qualität zu verbessern, würden wir im darauffolgenden Schuljahr in Möckern neu anbauen", kündigt Girke an.

Für die Ausschussmitglieder vorerst keine Option. "Die Jugend ist kein Kostenfaktor", plädiert am Mittwochabend Lutz Nitz (Grüne Wähler-Endert) für die Loburger Schule. Und auch Kommunalpolitiker Jörg Rehbaum (SPD) macht deutlich: "Mit dem Handlungsauftrag des Landrates machen wir klar, dass wir zu unserer Entscheidung stehen." Fischer fordert die Verwaltungsspitze auf, noch einmal zu kalkulieren, zusätzliche Beförderungsentgelte, die entstehen, entgegen der Investition zu setzen. "Man kann sich nicht zwingen lassen, etwas zu machen, was unwirtschaftlich ist."