Das Radfahren auf Gehwegen einzudämmen, ist im vorigen Sommer das erste Anliegen der neu eingeführten Regionalbereichsbeamten der Polizei gewesen. Inzwischen gebe es nur noch ein paar unbelehrbare Gehweg-Radler. Die Stadt musste in Verkehrsschilder investieren.

Gommern l Bis heute haben die Regionalbereichsbeamten (RBB) der Polizei, Karsten Dannemann und Rüdiger Ebeling, zwei Knöllchen an Gehweg-Radler in Gommern verteilt. "An ganz Unbelehrbare", erklärte Rüdiger Ebeling und fügte gleich hinzu, dass die Schonfrist jetzt endgültig vorbei sei. "Wir haben jetzt genug geredet. Jetzt wird verwarnt." Zwischen zehn und 15 Euro beträgt das Verwarngeld, je nach Verkehrssituation.

Insgesamt sind die RBBs mit der Entwicklung zufrieden. Das Ermahnen habe gefruchtet. "Es fahren nicht mehr viele auf den Gehwegen."

Aber oft sind es dieselben Gesichter, die die RBBs entdecken. Die Leute riefen dann schon von Weitem: "Ja, ich weiß ...".

Mit einer kleinen Verkehrskonferenz hatte die Stadt auf die Gehweg-Radler-Problematik im letzten Herbst reagiert. Neben den RBBs saßen das Ordnungsamt der Stadt und ein Fahrlehrer am Tisch. Danach zogen Heike Müller und Kerstin Dömeland vom städtischen Ordnungsamt mit dem "Maßband durch die Einheitsgemeinde" und überprüften, wo Gehwege breit genug sind, um sie auch für Radler freigeben zu können.

Mittlerweile sind die verkehrsrechtlichen Anordnungen erlassen und die meisten Verkehrsschilder aufgestellt worden.

In der Nedlitzer Hauptstraße gibt es jetzt den Zusatz an den Gehweg-Schildern "Für Fahrradfahrer frei". "Es muss also kein Radler auf der Bundesstraße fahren", betonte Bürgermeister Jens Hünerbein. In Wahlitz waren die Schilder schon im Januar montiert worden. Im Stadtgebiet ist der Bauhof mittendrin in den Arbeiten.

Betroffen sind allesamt Wege, die schon vor dem Aufkommen der Gehweg-Radler-Problematik von Fußgängern und Radfahrern benutzt worden sind. Dazu zählen der Kleine Weg am Friedhof, der Verbindungsweg zwischen Friedhof und Kellerberg (für den Gommeraner: "an der Oma vorbei"), der Verbindungsweg zwischen Hagenstraße und Gartenstraße, der Hexengang, Pflaumenknick und Schützengang.

Insgesamt 25 Verkehrsschilder musste die Stadt Gommern kaufen. Kostenpunkt: 2300 Euro. Wie er das angesichts des Lochs in der Haushaltskasse einschätzt, wollte der Stadtchef nicht kommentieren. Er sagte nur: "Ich hoffe, dass die RBBs die Thematik mit Augenmaß weiter beobachten".

Für Kinder bis zum 11. Lebensjahr ändert sich nichts. Sie dürfen nach wie vor mit dem Fahrrad den Gehweg benutzen. Apropos radelnde Kinder. "99 Prozent fahren in Gommern mit Licht am Fahrrad", sagte Karsten Dannemann. Für die RBBs ist das ein Zeichen, dass ihre Schulwegüberwachung erfolgreich ist, dass die Schüler jetzt sicherer unterwegs sind.

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