Burg/Genthin (fh) l Mit drei Bussen sind am Mittwoch die Lehrer aus dem Landkreis in Magdeburg angereist. Mehr als 200 angestellte Lehrkräfte haben am großen Warnstreik teilgenommen. Die Notversorgung für die Schüler im Jerichower Land war abgesichert. Die meisten blieben allerdings Zuhause. Mittwochvormittag in der Burger Sekundarschule Carl von Clausewitz: Es herrscht Stille. Wie sonst nur zu Ferienzeiten. Nur ein Schüler ist erschienen - und der musste seine Matheklausur nachschreiben. Mit ihm sind fünf Lehrer im Haus. Sie sind verbeamtet und dürfen nicht streiken. "Die Kollegen nutzen die Zeit, um Akten aufzuarbeiten", erklärt Schulleiter Frank Höpfner gegenüber der Volksstimme. Der Rest seiner Mitarbeiter befindet sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Weg nach Magdeburg. Mehr als 10 000 streikende Lehrkräfte konnte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) dort gestern zählen. 200 kamen in drei Bussen aus dem Jerichower Land. Das ist rund ein Viertel der Lehrerschaft im Kreis. "Verpflegung, Streikwesten, Fahnen - alles war gut vorbereitet", sagt GEW-Kreisvorsitzender Ingo Doßmann. Er ist Schulleiter der Genthiner Grundschule Stadtmitte. Die Streikbeteiligung an seiner Schule lag bei 100 Prozent. Nur 15 Schüler sind gestern erschienen - und wurden von Lehrern anderer Schulen betreut.