Biederitz l Über das neue Planungswerk sprach Nils Funke. Der Regionalplaner hatte schon im Jahre 2014 für die Ortschaften der Gemeinde Biederitz eine Bevölkerungs- und Wohnraumprognose erarbeitet. Sie, so der Experte, sei logischerweise die Basis zur Erstellung des Flächennutzungsplanes, der im groben die Areale zum Wohnen, die Grünflächen und die Bereiche zur Ansiedlung von Handwerk und Gewerbe festsetzt.

Dass damals die Wohnraumprognose ergab, dass in der Gemeinde Biederitz 187 Bauplätze fehlen, hat weiter Bestand. Vor allem Biederitz und Heyrothsberge tragen Potenziale für neue kleine Wohngebiete. Wichtig für die weitere Städteplanung sei, dass in erster Linie Areale innerhalb der Ortslagen erschlossen werden sollen.

Leider, so Nils Funke, sei die Erschließung dann meist mit Rodungen verbunden. Das sei rechtlich kein Problem, da der Wald von der Forst nicht mehr genutzt werde. Eine so genannte Waldumwandlung sei unproblematisch. Doch hat die Gemeinde keine geeigneten Gebiete mehr, auf denen Aufforstungen stattfinden könnten. Jetzt werden Flächen bei Schönbebeck dazu genutzt.

Vor allem im Biederitzer Ortschaftsrat und auch im Bauausschuss waren Meinungen laut geworden, Biederitz brauche keine neuen Einwohner mehr. Der Waldverlust würden dem Ort schaden und den Wohnwert senken.

Jedoch ist der Ansturm auf Bauplätze in Biederitz ungebrochen groß. Im neuen Gebiet am Naturfreundeweg sind bereits alle Bauplätze vergeben. Südlich der Mühlenstraße soll ein weiteres innerörtliches Wohngebiet entstehen. Zusammen mit dem Areal an der Alten Gärtnerei wären dann 30 bis 40 Bauplätze möglich.

An der Woltersdorfer Straße/Ecke Bundesstraße gibt es noch Gewerbefläche.

In Heyrothsberge wird es am Parkweg und auf der Fläche der Alten Ziegelei sowie an der Breitscheidstraße neue Wohnhäuser geben. An der Berliner Straße wäre ein Lückenschluss zwischen Tankstelle und vorhandener Bausubstanz möglich. Weiter entwickelt wird das Gewerbegebiet Am Fuchsberg.

Für Gerwisch sieht der Regionalplaner eine geringe Chance für ausgedehnte Bautätigkeit. Große Bereiche gelten als Überschwemmungsgebiete.

Für Königsborn gibt es Areale an zwei Sportplätzen und in der Nähe von Mehrfamilienblöcken. In Gübs und Woltersdorf wird kein nennenswerter Zuzugsboom vorhergesehen.

Der neue Flächennutzungsplan wird in den nächsten Wochen und Monaten noch intensiv mit den sechs Ortschaftsräten erörtert.