Die Verwaltung von Möser ist momentan damit beschäftigt, ein Leitbild und Entwicklungskonzept für die gesamte Gemeinde zu erstellen. Dazu gehören auch Rundgänge durch die Ortschaften, bei denen sich das Planungsbüro einen Überblick verschafft. Am Sonnabend fand ein solcher Rundgang in Pietzpuhl statt, die Volksstimme war dabei.

Pietzpuhl l Planerin Marlies Brinkhoff vom Büro für Architektur und Stadtplanung aus Magdeburg machte sich am Sonnabend um 10 Uhr mit Ortsbürgermeisterin Anke Rasch und einigen Pietzpuhlern von der Dorfstraße aus auf den Weg durch die kleine Ortschaft. Den ersten Halt gab es gleich an der großen Tafel mit dem Dorfplan am Dorfplatz. Der Pietzpuhler René Scheer machte sich gleich daran, der Planerin kurz den Grundriss des Ortes zu erklären. Besonderes Interesse zeigte Marlies Brinkhoff an der alten Heerstraße 1, die einmal durch den ganzen Ort führte.

Alte Heerstraße kann für Umbenennung herhalten

Über Madeler Weg, Dorfstraße und den Weg nach Möser kam man einmal bis nach Königsberg. "Wenn mal eine Umbenennung der Dorfstraße sein muss, weil es eine Dopplung von Straßennamen in der Gemeinde Möser gibt, dann fände ich es schön, wenn wir diese alte Tradition der Heerstraße auch im Namen der Straße wiederfinden könnten", sagte Bürgermeisterin Anke Rasch.

In der Tradition des preußischen Militärs soll demnächst auch ein Schalthäuschen eines Energieversorgers gestaltet werden. Der Entwurf sieht ein Landschaftsbild mit preußischen Soldaten vor, die an der Dorfstraße neben der Einfahrt zum Schloss hinter Sandsäcken Wache halten.

Auf einem Rundgang durchs Kavaliershaus zeigte sich Marlies Brinkhoff von der Atmosphäre in den alten Gemäuern beeindruckt. Im Trauzimmer und im Saal im Obergeschoss machte sie sich genauso Fotos für ihre Leitbild-Akte wie an den anderen schönen Ecken der Ortschaft, die Anke Rasch und die Pietzpuhler ihr zeigten. Dabei hatten es ihr die verschiedenen alten Bauernhäuser und Stallgebäude ebenso angetan wie Fachwerk und Holzbauweise.

Plätze für Familien und viel Grün in Pietzpuhl

Einen großen Pluspunkt für die Lebensqualität im Ort sah Marlies Brinkhoff in der Kombination aus Sportplatz, Festplatz und Spielplatz am Schwemmpuhl. "Das ist ja optimal, da kann sich die ganze Familie vergnügen. Die kleineren Kinder auf dem Spielplatz, die größeren beim Sport und wer will, kann auf der Wiese mit einem Buch liegen. Oder feiern, wenn es etwas zu feiern gibt", fasste sie zusammen.

Am Burger Teich erkannte die Planerin gleich, dass dieser mit Lehm ausgekleidet ist: "Das sieht man am Wasser, an der grünen Farbe. Und dass der Ort hier eine eigene Badestelle hat, ist wunderbar", sagte sie.

Großen Wert legte Marlies Brinkhoff auf die offensichtliche Nähe Pietzpuhls zur Natur. Sie lobte das viele Grün im Ort. Wenig begeistert war sie allerdings vom "ziemlich radikalen Baumschnitt" am Friedhof. "Es ist so schön, dass diese alten Bäume hier stehen, aber ich weiß nicht, ob man die so sehr hätte beschneiden müssen", sagte sie.

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