In Genthin oder Möser existiert er bereits - ein Stadtseniorenrat. Jetzt hat der Stadtrat auch in Burg die Weichen für die Gründung eines solchen Gremiums gestellt.

Burg l Der Anteil der Älteren nimmt auch in Burg in den kommenden Jahren immer mehr zu. Auch deshalb und aus den Erfahrungen anderer Kommunen hatte der Kreisseniorenrat auch für Burg angeregt, die Weichen für die Gründung eines Stadtseniorenbeirates zu stellen. In der vergangenen Woche stimmte der Stadtrat einem entsprechenden Grundsatzbeschluss einstimmig zu.

Der Stadtseniorenbeirat soll demnach eine beratende Funktion haben und auf diese Weise die Interessen der älteren Bürger im Rentenalter beziehungsweise im Ruhestand wahrnehmen.

Allerdings: Besondere Rechte wie beispielsweise in den städtischen Fachausschüssen oder im Stadtrat selbst sind nicht vorgesehen und laut Kommunalverfassung auch nicht ohne Weiteres möglich. Diese bleiben den gewählten Ortschafts- oder Stadträten überlassen.

Trotzdem, so die Einschätzung der Stadtverwaltung, sei die Arbeit eines Stadtseniorenrates schon für sich genommen eine politische Wertschätzung der ehrenamtlichen Tätigkeit der jeweiligen Vertreter.

Wie geht es jetzt weiter? Der Stadtseniorenrat soll sich selbst organisieren. Nach entsprechender Bekanntmachung ist in der Stadthalle eine erste Runde geplant, auf der interessierte Männer und Frauen teilnehmen können. Notwendig ist dann eine Satzung des Gremiums mit Bildung des Beirates.

Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) setzt auf eine gute Zusammenarbeit: "Der Stadtseniorenbeirat Burg baut auf einem stabilen, gut vernetzten und sehr kompetenten Kreisseniorenverband auf. Mit einigen der hier aktiven Senioren arbeitet die Verwaltung schon seit Längerem vertrauensvoll zusammen. Und auch ich nehme, so oft es meine Zeit zulässt, an Veranstaltungen der Seniorenvertretungen teil. Ich bin mir sicher, dass der Stadtseniorenbeirat bei vielen Fragen zur weiteren Entwicklung unserer Heimatstadt hilfreich zur Seite steht."

Einen Schritt weiter sind in dieser Hinsicht die Senioren in Genthin. Dort gibt es keinen Seniorenrat, sondern eine Seniorenvertretung "mit zwölf sehr engagierten Mitgliedern", versichert der Vorsitzende Fritz Franke: "Wir haben Arbeitsgruppen gebildet für Infrastruktur, Sport, Verkehrsschulung und Seniorenkino, um noch effektiver die Probleme der älteren Menschen zu erfahren und an die Stadt weiterzugeben."

Franke selbst besucht regelmäßig die Stadratssitzungen. Denn die Seniorenvertreter seien in die Entscheidungsfindung der Stadt eingebunden. "Sie bekommen von uns auch Vorlagen zur Verfügung gestellt, die die Senioren angehen", erläutert Genthins Bürgermeister Thomas Barz. Die Stadtsenioren können sich zu bestimmten Themen positionieren oder diese zur Kenntnis nehmen. "Das letzte Wort hat aber immer der Stadtrat", fügt der Bürgermeister hinzu.

"Wir sind mehr als nur die Veranstalter von Kino- oder Bowlingnachmittagen", versichert Franke. "Die öffentlichen Veranstaltungen haben für uns die Funktion, andere Senioren auf uns aufmerksam zu machen und gleichzeitig für die Arbeit in der Stadtseniorenvertretung zu werben." Natürlich solle es mit den öffentlichen Veranstaltungen auch um ein Miteinander der Generationen gehen. "Wir stellen unser Engagement auf mehrere Säulen, die alle wichtig sind und zu unserer Arbeit dazugehören."