Die Vorsitzenden aller Autoclub Europa (ACE)-Kreise der Region Ost zogen kürzlich auf einer Tagung Bilanz ihrer Arbeit, steckten die neuen Aufgaben für 2015 ab und wählten einen neuen Regionalvorstand.

Theeßen/Burg l Unter dem Vorsitz von Dr. Hans-Ulrich Franke aus Theeßen, Vorsitzender des ACE-Kreisverbandes Sachsen-Anhalt West, will der neue siebenköpfige Vorstand einen verkehrspolitischen Forderungskatalog entwickeln. Schwerpunkte werden die Mobilität im ländlichen Raum, die Infrastruktur für E-Mobilität und der Investitionsstau bei der Verkehrsinfrastruktur sein.

Dr. Hans-Ulrich Franke ruft die Verkehrs- und Sozialpolitiker dazu auf, dass "sie sich gründlicher als bisher auf die Erfordernisse einer älter werdenden Gesellschaft einstellen". Bislang seien weder Verkehrswege noch Mobilitätsangebote ausreichend bedarfs- und altersgerecht entwickelt worden, monierte Dr. Franke auf der Tagung.

Dr. Franke ermuntert Ortsbeiräte und Seniorenverbände, sich verstärkt in die Verkehrsplanung einzuschalten. Kommunen und Kreise ihrerseits sollten sich den Möglichkeiten einer entsprechenden Bürgerbeteiligung noch weiter öffnen. "Wir wünschen uns eine Verkehrswelt, die im Konsens der Generationen gestaltet wird", so Dr. Franke.

Der Vorsitzende des Kreisclubs zeigt sich zugleich überzeugt, dass die Bedeutung der Automobilität für ältere Verkehrsteilnehmer noch wachsen wird. "Von den Menschen im Alter von über 65 Jahren bevorzugen derzeit etwa 85 Prozent die Fortbewegung im eigenen Fahrzeug. Lediglich 24 Prozent fahren auch mit Bus und Bahn, zehn Prozent lassen sich von anderen in deren Wagen mitnehmen", sagt Dr. Franke.

"Aber wir dürfen auch nicht ignorieren, dass mit dem längeren Leben gewisse Leistungseinbußen verbunden sind." - Dr. Hans-Ulrich Franke

Von einem generell vorgeschriebenen "Senioren-TÜV", also einer altersbezogenen Pflichtuntersuchung für Kraftfahrer hält der ACE-Kreis-Vorsitzende nichts. "Aber wir dürfen auch nicht ignorieren, dass mit dem längeren Leben gewisse Leistungseinbußen verbunden sind". Je mehr alle Appelle verpuffen, sich freiwillig Gewissheit über die eigene Fahrtauglichkeit zu verschaffen, desto wahrscheinlicher sei es, dass bei diesem Thema früher oder später der Gesetzgeber auf den Plan trete, warnt Dr. Franke. Bislang haben nur zehn Prozent der über 65-Jährigen mit ihrem Hausarzt schon einmal über den Zusammenhang von Gesundheitszustand und Fahrtauglichkeit gesprochen, berichtete der ACE-Kreisclub-Vorsitzende unter Berufung auf eine Erhebung des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR).

Dr. Franke fordert einen entsprechenden Gesundheitscheck, der in den Leistungs-Katalog der gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen werden müsse. "Es gibt eben nicht nur eine Kategorie älterer Verkehrsteilnehmer, so wie es auch nicht nur die Männer, die Frauen und die Jugendlichen gibt. Die Befähigung zur Auto-mobilität ist daher keine Frage des Alters, sondern eher eine Frage der persönlichen und gesundheitlichen Verfassung", hob Dr. Franke hervor.

Auf diesem Gebiet wolle der ACE mit dem mehrstufigen Programm "Ü60 I Bleib mobil" und dem "Pkw-Fahrsicherheitstraining für Senioren" einen eigenen Beitrag dazu leisten, die Beweglichkeit älterer Verkehrsteilnehmer aufrechtzuerhalten und sicher zu gestalten.

"Wir sehen darin auch Chancen für die Festigung des sozialen Zusammenhalts und zur Erlangung persönlicher Zufriedenheit", so Dr. Franke. Das Pkw-Fahrsicherheitstraining für Senioren wird Dr. Hans-Ulrich Franke auch über die Verkehrswacht Jerichower Land in Burg anbieten.

Unter dem Slogan "Park Dein Handy, wenn Du fährst!" startet der ACE bundesweit seine neue Verkehrssicherheits-Kampagne. "Wir finden moderne Kommunikationsgeräte im Auto auch ganz toll, doch manchmal kann ihr Gebrauch während der Fahrt Unfälle mit schwersten Verletzungen oder gar tödlichem Ausgang verursachen", so der ACE-Kreisclub-Vorsitzender Dr. Franke.

Seine Botschaft lautet: "Park Dein Handy, wenn Du fährst!" Denn wer ein Smartphone hinterm Steuer benutzt, ist nach Darstellung von Dr. Franke total abgelenkt. "Man fährt streckenweise im ,Blindflug` und riskiert so folgenschwere Unfälle." Wie häufig sich Kraftfahrer auf diese Weise selbst und andere in Gefahr bringen, dem will der ACE mit einer stichprobenartigen Verkehrsbeobachtung auch in Burg jetzt näher auf den Grund gehen.

"Mit Smartphone am Steuer fährt man streckenweise im ,Blindflug` und riskiert so folgenschwere Unfälle." - Dr. Hans-Ulrich Franke

Dr. Hans-Ulrich Franke: "Vermutlich jeder dritte 18 bis 25-jährige Fahrer telefoniert ohne Freisprecheinrichtung, schreibt während der Fahrt SMS oder beschäftigt sich mit anderen ablenkenden Infotainment-Angeboten im Auto." Laut Dr. Franke nutzen inzwischen mehr als 40 Millionen Menschen in Deutschland ein Smartphone. 2010 seien es nur 8,4 Millionen Smartphone-Nutzer gewesen.