Wie weiter mit der Burger Stadthalle? Der Stadtrat hat einen Verkauf abgelehnt und will über die Entgeltordnung erneut beraten. Die Stadtverwaltung setzt parallel auf eine professionellere Vermarktung und will auch die Burg-Information in das Gebäude integrieren.

Burg l Der Verkauf der Stadthalle unter Auflagen war Teil des Haushaltskonsolidierungskonzeptes. Denn der jährliche Zuschuss beläuft sich auf rund 250 000 Euro pro Jahr.

Allerdings: Wie auch in den Fachausschüssen hat der Stadtrat diese Vorlage jetzt mit großer Mehrheit erwartungsgemäß abgeschmettert - ganz ohne Diskussion. In den Beratungen zuvor war das Ziel, das Gebäude für 1,78 Millionen Euro zu veräußern, als unrealistisch eingestuft worden. Hätte das Gremium zugestimmt, wäre eine Ausschreibung auf den Weg gebracht worden.

Jetzt bleibt vorerst alles beim Alten, die Stadt also weiterhin Eigentümer. Umstritten ist aber noch die Entgeltordnung für Nutzer des Hauses. Sie soll noch einmal ausführlich diskutiert werden und wurde nach einigem Hin und Her in die Ausschüsse zurückverwiesen, nachdem auch die Ausschüsse keine einheitliche Meinung hatten. Ein wesentlicher Knackpunkt waren die Vergünstigungen für Vereine und Verbände (Volksstimme berichtete) und das dafür notwendige Antragsverfahren.

Während dieses Zahlenwerk nun noch einmal erörtert wird, sollen Marketing, Vertrieb und die Ansprache von Zielgruppen so schnell wie möglich auf neue Beine gestellt werden. Dies soll unter anderem ein Kultur- und Tourismusmanager leisten, dessen Ausschreibung der Stadtrat in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen hat, wie Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) bestätigte. "Denn der städtische Zuschuss zum Erhalt der Stadthalle kann nur reduziert werden, wenn es gelingt, mehr interessante Veranstaltungen und damit auch mehr zahlungsfreudige Besucher in die Stadthalle zu holen. Dazu benötigen wir auch neue Ideen", begründete er.

Diese Empfehlung haben übrigens auch die Macher der Tourismusstudie gegeben, die vor Kurzem öffentlich vorgestellt wurde.

In dem umfangreichen Papier wurde zugleich die Verlagerung der Burg-Information von der Stadtbibliothek in der Berliner Straße in die Stadthalle empfohlen. Bei einem Vergleich mehrerer Standorte (Schartauer Straße/Stadtwerke-Büro, Berliner Straße, Stadthalle) ist letztlich die Stadthalle favorisiert worden - mit Blick auf die Landesgartenschau und die Besucherströme im angrenzenden Goethepark und in der Innenstadt sowie den vorhandenen ausreichenden Räumen und der Außenanlage. Rehbaum will im Vorfeld des Beschlusses die Vorteile aufzeigen. Zum einen sei eine Belebung der Stadthalle notwendig, zum anderen ergeben sich personelle Synergieeffekte, um Spitzenzeiten oder Messen besser abdecken zu können.