"Motivation ohne Vorurteile erneuern". Das ist das Ziel von "Camp Move", einem Landesprogramm für Schulen, um versetzungsgefährdete Schüler zu motivieren, künftig wieder bessere Leistungen in der Schule zu erbringen.

Burg l Auch die Burger Sekundarschulen "Diesterweg" und "Clausewitz" nahmen vergangene Woche am Projekt "Camp Move" teil (Volksstimme berichtete). Eine Woche lang haben sich ausgewählte Schüler der siebten bis neunten Klassen in Projektgruppen engagiert und gelernt, was es heißt, im Team etwas Neues zu schaffen. Von Anfang bis Ende. Sinn und Zweck der Projekte war vor allem, dass am Ende etwas entstehen sollte, von dem auch alle anderen Schüler profitieren.

Dafür haben die 18 Schüler der "Clausewitz"-Schule die Räumlichkeiten des Soziokulturellen Zentrums (SKZ) genutzt. In spannenden Projektgruppen, haben die Siebt- bis Neuntklässler zum Beispiel Sitzkissen für den Außenbereich der Cafeteria genäht und Cayons, so genannte Holztrommeln, für den Musikunterricht hergestellt. Tatkräftig unterstützt wurden sie von Christin Voigt, Alina Geßner und Madlaine Schreiber vom SKZ.

Lebensnahe Mathematik

Eine weitere Gruppe hat sich um neue Sitzgelegenheiten gekümmert und in Kooperation mit "Stabil" und dem Jugendwerk Rolandmühle Holzbänke für den Schulhof gebaut. "Damit wollten wir den Schülern zeigen, wie wichtig Mathematik für das spätere Berufsleben ist", erklärt Andrea Müller, betreuende Lehrerin der Projektwoche. Und so sägten, schraubten und lackierten die Schüler, was das Zeug hielt. Mit Hilfe von Jonny Bock und Andreas Lück von "Stabil" entstanden vier Holzbänke, auf denen es sich die "Clausewitz"-Schüler künftig in den Pausen bequem machen können.

Dokumentiert wurden alle Arbeiten außerdem von einer weiteren Gruppe, die sozusagen für die PR des Projekts verantwortlich war.

Als Belohnung für die gelungene "Camp Move"-Woche durften die "Clausewitz"-Schüler am vergangenen Freitag nach Berlin fahren. Gemeinsam mit ihren Lehrerinnen Andrea Müller und Uschi Baumann machten sie dort eine Spreefahrt und besuchten sogar das Musical "Hinterm Horizont". Einige Schüler waren zum ersten Mal in der Hauptstadt. "Die Schüler haben sich wirklich toll engagiert in dieser Woche. Mit der Abschlussfahrt konnten wir ihnen auch noch etwas Kulturelles mit auf den Weg geben", fasst Andrea Müller zusammen.

Soziales Verhalten fördern

Nicht weniger eifrig dabei waren auch die 21 Schüler der "Diesterweg"-Schule. Sie haben mit Unterstützung von Holzbau Schnoor, Garten- und Landschaftsbau Ferchland sowie dem Sägewerk Scheel ein "Grünes Klassenzimmer" geschaffen und ihrem Schulhof so neuen Glanz verliehen.

Vor allem die Projektgruppen "Gerade Linien", "Dachprofis" und "Holzbau" waren daran beteiligt. Innerhalb einer Woche sind so einige Holzbänke sowie ein gepflasterter Bereich inklusive Überdachung für den Außenbereich entstanden. "Wir wollten mit den unterschiedlichen Projektgruppen die sozialen Kompetenzen, aber auch die individuellen Fähigkeiten der Schüler fördern", erklärt Thomas Meyer, Lehrer und Projekt-Leiter des "Camp Move" an der "Diesterweg"-Schule. "Ich bin begeistert, was die Schüler in so kurzer Zeit auf die Beine gestellt haben. Und das Tolle ist, dass man das Ergebnis nun jeden Tag auf dem Schulhof sehen kann. Darauf können sie wirklich stolz sein."

Bleibt nur zu hoffen, dass alle Schüler genauso motiviert weitermachen und das Schuljahr mit ebenso so tollen Ergebnissen beenden.

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