Ein wenig erinnerte ein großer Karton mit hübscher, gelber Schleife an Weihnachten. Jedoch brauchte Rotary-Präsident Peter Ewert gestern keinen Sack, um die Präsente an 20 Einrichtungen zu verteilen.

Burg/Genthin l Es duftet am späten Vormittag nach Grüne-Bohnen-Suppe, als Darina Endert im großen Gruppenraum nach ihren Gästen schaut. Die Leiterin der DRK-Tagespflegeeinrichtung an der Burger Friedenstraße hat sich auf einen nicht alltäglichen Besuch eingestellt. Als Rotary-Präsident Peter Ewert mit einer großen Kiste herein kommt, spielt eine Männerrunde Skat: "18...; 20...; passe."

Es wird Zeit, dass ich dieses Kartenspiel endlich lerne", sagt Tischlermeister Ewert aus Genthin, der Anfang Juli sein Präsidentenamt wie üblich bei den Rotariern nach einem Jahr weitergeben wird.

Doch zunächst will Ewert seine große Überraschungskiste auspacken. Andy Martius vom DRK-Vorstand bezeichnet sie als Methodenkoffer. Er sagt: "Durch verschiedene Utensilien können unsere Besucher unter anderem lernen wie eine Schleife gebunden wird oder wie aus Bauklötzen Zahlen werden."

Ehrenamtliche Hilfe in der Tageseinrichtung

Gäste der Tageseinrichtung sind ältere Menschen, die häufig durch eine Erkrankung im Alltag beeinträchtigt sind: "Wir betreuen Leute, die einen Schlaganfall hatten oder an Demenz erkrankt sind oder im Alter der Einsamkeit entfliehen möchten", erzählt Leiterin Darina Endert. Bei ihrer Arbeit gibt es durchaus Parallelen zu Kindereinrichtungen: "Wir haben von 7 bis 17.30 Uhr geöffnet, betreuen täglich bis zu 17 Gäste." Endert gestaltet ihre Dienste mit zwei weiteren Fachkräften sowie acht ehrenamtlichen Mitarbeitern.

Zum täglichen Allerlei in der Einrichtung gehören nicht nur Skatpartien oder das gemeinsame Grüne-Bohnen-Suppe-Kochen oder die Mittagsruhe nach dem Essen. Darina Endert und ihre beiden Mitarbeiter haben die entsprechenden Ausbildungen, um ihre Gäste mit Spritzen, Verbände oder Medikamente zu versorgen. Für die meisten Besucher gehören solche Dinge zum ganz normalen Tagesablauf.

Unterdessen gerät Peter Ewert ins Schwärmen, wenn er vom Zustandekommen der Methodenkoffer spricht: "All die Dinge darin sind von unseren Mitgliedern per Hand angefertigt worden. Wir haben uns bei mir in der Werkstatt getroffen und zusammen mit Fachleuten jedes Werkstück angefertigt."

Geeignet und gedacht sind die identischen Inhalte dieser Kisten sowohl für Senioren als auch für Kinder. Während die Kleinen lernen, Knöpfe durch Knopflöcher zu stecken oder einen Schnürsenkel zu binden, gibt es ältere Menschen, die solche Fähigkeiten nach einer schweren Erkrankung wieder lernen müssen.

Geschenke für kleine und große Hände

Mit Rotary-Mitglied Frank-Michael Ruth verteilte Ewert seine Kisten unter anderem in den Kindertagesstätten Rasselbande und Sonnenschein in Genthin, Max und Moritz in Gommern oder der katholischen Kita in Burg. Zu den Empfängern gehört auch die Lebenshilfe.

Der Rotaryclub Burg-Genthin zählt derzeit 37 aktive Mitglieder aus dem Jerichower Land.