Im Jahr des 1050-jährigen Bestehens der Stadt Loburg hat der langjährige Ortschronist Wolfgang Schulz am Dienstagabend in Loburg seine neueste Chronik vorgestellt.

Loburg l Auf 317 Seiten hat der inzwischen in Magdeburg lebende Chronist Daten, Fakten, Anekdoten und auch bildliche Materialien zusammengetragen. Zusammen ergeben sie einen umfassenden Abriss über die Zeit vom Jahr 965 bis zum Jahr 2015. Zu den letzten Einträgen zählt die Nachricht, dass der Barby-Nachfahre Robert Dahl bei Loburg Deutschlands größte Walnussplantage entstehen soll.

Das passte gut zum Veranstaltungsort, dem Barby-Café, welches Bestandteil des Rittergutes Barby ist. Hier konnte die Café-Betreiberin zahlreiche interedssierte Besucher begrüßen, sogar zusätzliche Stühle mussten herbeigeschafft werden. "Mit so viel Interesse hätte ich gar nicht gerechnet", gab sich Chronist Schulz überrascht.

Auszugsweise las er aus der Loburger Chronik vor. Er berichtete vom Wirken der Adelsfamilie von Barby in der Stadt, er erinnerte an die aufbrodelnde Gerüchteküche, als im Jahre 1957 ein Stelldichein im ehemaligen Armenhaus für reichlich Spukgeschichten in Loburg sorgte. Und Wolfgang Schulz erinnerte auch an die Probleme der Loburger mit dem Verlauf wichtiger Handelsstraßen und Verkehrswege in früheren Jahrhunderten. Dabei wurde deutlich: Manche Geschichten von damals haben nichts von ihrer Aktualität verloren.

In 61 Kapiteln vermittelt der Autor die Geschichte der Stadt, unterhaltsam erzählt, auf verschiedene Quellen zurückgreifend. Abgerundet wird das Werk von einem umfassenden Anhang mit Angaben zu Quellen sowie Zahlen zu Bewohnern und Amtsinhabern.Die ansprechende und wertige Gestaltung und den Satz des Buches hat der in Riesdorf lebende Karl Groß übernommen.

Schon die drei ausgewählten Kostproben am Dienstagabend zeigen, dass die Chronik das Zeug zur "Pflichtlektüre" für alle interessierten Loburger hat. Die Summe von Informationen, die mühevoll aus alten Quellen, Stadt- und Kirchenarchiven und Zeitungen zusammengetragen worden sind, kommt ansprechend lesbar als Heimatgeschichte daher. Die Anthologie erhebe aber nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Er sehe das nun vorliegende Werk nicht als eine abgeschlossene Sammlung, sagte Wolfgang Schulz am Dienstag: "Es soll ein offenes System sein."

Seit über 40 Jahren hat sich Wolfgang Schulz zur Aufgabe gemacht, die Geschichte der Stadt Loburg für die Nachwelt festzuhalten. Er spricht von einer eher mageren Quellenlage und ist daher dankbar für weitere Leihgaben von Loburgern. Neu hinzukommende Unterlagen könnten kopiert werden und für später folgende Chroniken der Stadt Verwendung finden. Tatsächlich melden sich gleich nach der Lesung Bürger bei dem Chronisten und nennen Hinweise auf weitere Loburger Geschichten und Anekdoten.