Ab 1. April werden Proben von Schweinen aus der Hausschlachtung sowie von Jägern geschossenen Wildschweinen im Labor des Schlachthofs in Möckern auf Trichinen untersucht. Entsprechende Verträge unterzeichneten am Freitag der Landrat Steffen Burchhardt und der Geschäftsführer der Geflügelhof Möckern GmbH, Dr. Stefan Gramzow.

Möckern l Für die Jäger im Landkreis Jerichower Land ist es eine Erleichterung und für Freunde von Schweinefleisch eine zusätzliche Absicherung, unbelastetes Fleisch genießen zu können: Ab April übernimmt Wiesenhof Möckern die Trichinenschau bei Wild- und Hausschweinefleisch. Die Trichinenschau ist gesetzlich vorgeschrieben. Wer nicht untersuchtes Fleisch in den Handel bringt oder in Umlauf bringt, muss mit strengen Strafen rechnen. Auch den Jagdschein kann solch ein Verhalten den Jäger kosten.

Befall kann tödlich enden

Trichinen sind winzige Fadenwürmer mit parasitischer Lebensweise, die sich im Muskelfleisch von Tieren einnisten. Andere Säugetiere, Menschen und Vögel dienen als Zwischen- und Endwirt. Beim Menschen können sie zu rheumatischen Schmerzen, Fieber und Ödematisierung oder sogar zum Tode führen. Hauptüberträger auf den Menschen sind Schweine, etwa durch roh verzehrtes oder ungenügend gegartes Fleisch. Durch Kochen oder große Kälte können Trichinen abgetötet werden, allerdings nicht durch Räuchern. Infektionen des Menschen mit Trichinella spiralis sind in Deutschland meldepflichtig.

Bisher mussten Fleischproben aus der Jagd oder Hausschlachtung im Jerichower Land bis nach Stendal in das Labor des Landesamtes für Verbraucherschutz geschickt werden. Fleischer und Jäger hatten teils lange Wege, und bis das untersuchte Fleisch mit den erforderlichen Gehemigungen in den Handel gelangen konnte, verging viel Zeit. Im Zuge ohnehin anstehender struktureller Veränderungen wurde die Aufgabe der Trichinenschau nun an Wiesenhof übertragen, erklärt Landrat Burchhardt.

Das Unternehmen Wiesenhof hatte sich in den zurückliegenden Jahren für diese Aufgabe akkreditieren lassen, erklärt Geschäftsführer Dr. Stefan Gramzow: "Die Akkreditierung für andere Laborbereiche stand ohnehin gerade an. Wir haben die erforderliche Technik und das Personal dafür. Dieses Angebot kann gut in den betrieblichen Ablauf integriert werden."

Drei Annahmestellen gibt es nun für die Trichinenprobe im Landkreis: in Burg, Genthin und Möckern. Für die Kurierfahrten wurden Verträge mit einem Taxiunternehmen aus Schermen abgeschlossen.

Der Vorteil der Annahmestelle Möckern ist, dass die Wache am Betriebsgelände 24 Stunden besetzt ist. Bis zur Probenanalyse vergehen außer am Wochenende nur wenige Stunden. Das Ergebnis kann dem Proben-Einreicher telefonisch mitgeteilt werden. Die Kosten für die Untersuchungen sollen wie bisher bei 10,64 Euro pro Probe liegen.

Pro Jahr werden im Landkreis zwischen 4000 und 6000 jagdliche und gewerbliche Proben untersucht, sagt Dr. Anja Spillner, amtliche Tierärztin im Landkreis Jerichower Land. Untersucht werden neben Wild- und Hausschweinefleisch auch Pferde und Dachs. Trichinenfunde sind zwar eher selten, aber sie kommen durchaus vor, so Dr. Anja Spillner. "Wenn Trichinen vorhanden sind, dann meist in hoher Anzahl." Mit dem bloßen Auge sind sie nicht wahrnehmbar. Die Medizinerin warnt eindringlich davor, Wildschweinfleisch im rohen Zustand zu verzehren.

Bilder