In Hohenwarthe wird früher oder später eine grundsätzliche Entscheidung zu fällen sein: Tourismusentwicklung oder ruhiges Wohndorf.

Hohenwarthe l In Hohenwarthe haben vor einigen Tagen interessierte Bürger über die Zukunft ihres Dorfes debattiert. Bürgermeister Peter Bergmann hatte zeitweise eine öffentliche Ratssitung zu einer Bürgerversammlung umfunktioniert. Marlies Brinkhoff vom gleichnamigen Planungsbüro ist derzeit mit der Erarbeitung eines Leitbildes zur demografischen Entwicklung der Gemeinde Möser und ihrer sechs Ortschaften bis 2025 befasst. Sie hört sich um, welche Gedanken die Einwohner haben, wenn es um die Zukunft geht.

Hohenwarthe unterscheidet sich da nicht wesentlich von den anderen Ortschaften - von Möser mal abgesehen. Problematische Versorgung, mangelhafter Personennahverkehr, kein Geldautomat, keine Arztsprechstunde...

Angesprochen wurde erstaunlicherweise nicht das betreute oder seniorengerechte Wohnen, auf das in anderen Ortschaften dringend hingewiesen worden ist.

Bodo Eichmeier meinte, dass sich die Bürger im klaren darüber sein müssten, dass die Bürger mehr und mehr die Bewältigung ihrer Lebenssituation solidarisch in Eigenregie nehmen werden müssen. Aber dazu gäbe es in anderen Kommunen, die bereits eine dörflich organisierte Eigenversorgung aufgebaut haben, bereits Erfahrung. Dazu warf Ratsmitglied Frank Winter ein, man habe vor Monaten schon einmal angeboten, so etwas in kleiner Form aufzubauen. Aber es habe sich kein Bedürftiger gemeldet.

Intensiv, so ein weiterer Aspekt, müsse über den künftigen Personennahverkehr nachgedacht werden. Wenn die Älteren nicht mehr selbst fahren können, müsse eine Ringbusverbindung her, die am Tage regelmäßig alle Ortschaften anfährt, um zum Arzt, zur Sparkasse oder zum Einkauf zu kommen.

Die Zukunft des Ortes hänge aber auch von seiner Agilität ab. Mit dem Bau der Umgehungsstraße habe Hohenwarthe nur verloren, wurde konstatiert. So muss die Frage gestellt werden, soll Hohenwarthe weiterhin Sackgassendorf bleiben oder sich zu einem Zentrum des Tourismus in der Gemeinde Möser entwickeln. Dann sei eine Verkehrszunahme aber unabdingbar, stellte Wolfgang Rust fest. 300 Autos je Stunde am Morgen sind mir genug, setzte Dieter Funke entgegen. Mit dem weiteren Wachsen des Dorfes durch den Bau von Eigenheimen ist eine zweite Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz unverzichtbar, so Bürgermeister Bergmann.