Biederitz l Der Platz, der heute im wesentlichen durch gebrochene Pflasterplatten, gefährliche Unebenheiten und bei Nässe durch Dreck und Schlamm charakterisiert ist, wird nach den Sommerferien kaum noch zu erkennen sein. Endlich, nach vielen erfolglosen Anläufen, soll der Schulhof nun grundhaft saniert werden.

Das Projekt ist in enger Kooperation mit den Schülern geplant worden. Vor einigen Tagen erörterten die Mitglieder des Bauausschusses des Biederitzer Gemeinderates und die Mitglieder des Biederitzer Ortschaftsrates das Vorhaben.

In der Schule hatte es vor diesen Sitzungen bereits eine Zusammenkunft von Schülern, Eltern, Lehrkräften,Planern und Mitgliedern des Vereins "Pro Biederitz" gegeben. Dabei machten die Kinder deutlich, dass sie auf jeden Fall einen Fußballplatz haben wollen. Den hatte das Planungsbüro nicht berücksichtigt. Auf das viele Grün könnten die Mädchen und Jungs verzichten. Da würden die Kinder ja sowieso immer nur drüberrennen, kennen sich die Kids selbst am besten.

Doch die gedankliche Ausein- andersetzung mit dem Schulhof, der seit seiner Anlage vor mehr als 30 Jahren kaum verändert worden ist, hatte schon vor rund fünf Jahren begonnen. Im Zuge des Projektes "Architektur macht Schule" hatten Mitglieder des Vereins "Pro Biederitz" mit weiteren Helfern die Schüler zu einem Workshop aktiviert. Thema: Wie wünsche ich mir meinen Schulhof.

Die Kinder hatten dann - das war im Herbst 2010 - den tristen Zustand analysiert und den Gegebenheiten ihre Wünsche gegenübergestellt. Und damit die Ideen nicht nur in den Köpfen hin und her schwirren, hatten die verschiedenen Ideengruppen zudem Modelle angefertigt und so ihre Wünsche vergegenständlicht.

Für das Projekt, das damals vom Land Sachsen-Anhalt gefördert worden war, hatte es 1700 Euro Fördermittel gegeben. Die agierenden Architekten und Helfer hatten damals auf ihr Honorar verzichtet. Auf dem Gemeindekonto liegen davon noch heute 800 Euro, die den Neugestaltung jetzt zugute kommen.

Zwar sind die Architekten von einst längst nicht mehr Schüler der Grundschule, doch ihre Wünsche stimmen mit denen der jetzigen Kinder fast deckungsgleich überein. Zum Beispiel war den Kindern ein großer Bewegungsraum wichtig. In den Pausen wollen sie herumtollen, Fußball spielen oder mit kleinen Fahrzeugen unterwegs sein.

Aber auch Rückzugsräume müssen vorhanden sein. Die Kinder wünschen sich Sitzplätze unter den großen Bäumen, von denen wohl oder übel eine alte Pappel gefällt werden wird, wie Bauamtsmitarbeiterin Christine Himmelreich vorwarnte. Das würde nicht nur die Arbeiten erleichtern, das schafft auch größere Freiflächen, zumal dem Baum nur noch eine kurze Lebenszeit zugesprochen wird. Die beiden anderen Bäume werden jedoch stehen bleiben. Auf fast allen Modellen ist dereinst der Wunsch nach einer Tischtennisplatte geäußert worden. Die wird es nun in der Tat geben. Um besser spielen zu können, soll sie mit einem Windschutz eingefasst werden.

Bei den Beratungen im Bauausschuss und im Ortschaftsrat merkte Bauamtsmitarbeiterin Christina Himmelreich schon einmal vorsorglich an, dass das jetzige Wunschprojekt mit dem Fußballplatz und den Toren, mit Wurfscheibe, Trampolin und Tischtennisplatte und weiteren Spielgeräten das eingeplante Budget übersteigt. Nach der Ausschreibung der Leistungen würde man einen konkreten Überblick haben. Das Budget umfasst 140 000 Euro.

Hoffläche erhält eine Regenentwässerung

Finanziell aufwändig sei auch der unbedingt notwendige Einbau einer Regenentwässerung, die an der Entwässerung der neuen Kita angeschlossen werden wird. Zudem sind neue Lampen gewünscht, wie sie auch an der Zuwegung zur Kinderkrippe stehen. Wenn das Geld nicht ausreichen sollte, müssten einige Elemente auf das Jahr 2016 verschoben werden, so Christina Himmelreich.

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