Großes Interesse zeigten die Menzer an der jüngsten Sitzung ihres Ortschaftsrates. Viele Anwohner des Birkenweges hofften auf neue Informationen: Wann gibt es die ersten Bescheide? Wann startet der zweite Bauabschnitt? Ist der Ausbau überall notwendig?

Menz l Themen, die auf der Tagesordnung verzeichnet sind, dürfen eigentlich nicht in der Einwohnerfragestunde hinterfragt werden. Das sieht das Kommunalverfassungsgesetz so vor, damit die Ratsmitglieder nicht beeinflusst werden können. Am Montagabend machten Ortsbürgermeisterin Margrit Peters (CDU) und die Mitglieder des Menzer Ortschaftsrates eine Ausnahme. Die Zuschauerreihen im Bürgerhaus waren voll besetzt mit Anwohnern des Birkenweges. Die Straße wird derzeit grundhaft ausgebaut.

Der erste Bauabschnitt ist inzwischen fertiggestellt. Eine Schlussrechnung liegt allerdings noch nicht vor, so dass Lutz Baumann aus dem Bauamt der Stadt Gommern noch keine genauen Angaben machen konnte, wann die Anlieger ihren Gebührenbescheid im Briefkasten haben werden.

Dass die drei Straßenflächen, die am Ende des ersten Bauabschnittes aufeinandertreffen, nicht besser miteinander verbunden worden seien, wurde von den Bürgern kritisiert. "Das ist ein schlimmeres Loch, als wir es vorher hatten."

Er habe die Pfütze, die dort in der Senke entstehen könne, bei der Endabnahme ebenfalls moniert, informierte Ortschaftsratsmitglied Peter Lichtenberg. Er nimmt in Vertretung des Ortschaftsrates an den wöchentlichen Bauberatungen im Birkenweg teil.

"Schlimmeres Loch, als wir es vorher hatten."

Birkenweg-Anwohner Heinz-Georg Zickuhr nutzte die Ortschaftsratssitzung, um darüber zu informieren, dass ein Anwalt eingeschaltet wurde. Gegen seine Formulierung "damit niemand über den Nuckel gezogen werde" verwahrte sich Margrit Peters. Sie verwies auf die Anliegerversammlung, die vor Baubeginn durchgeführt worden sei und auf die Bemühungen, Fördermittel für den Birkenweg zu bekommen. Nur gebe es leider keine. Auch sei überprüft worden, ob es sich um einen Ausbau oder eine Erschließung handele. Letzteres ist der Fall. "Wenn wir noch weitere fünf Jahre mit der Straße warten, wird es noch teurer", sagte die Ortsbürgermeisterin. Sie äußerte Verständnis, dass niemand für die Erschließung einer Straße sein Geld spare.

"Aber als Kommune sind wir verpflichtet, ordentliche Strukturen vorzuhalten."

Wer ein Anliegen habe, könne in ihre Sprechstunde kommen, sich an die Ortschaftsräte wenden oder im Bauamt nachfragen. "Nichts passiert im stillen Kämmerlein."

Der Birkenweg werde nicht als Prachtstraße hergerichtet, sondern nur das, was nötig sei. Aber muss die Betonstraße dort, wo sie nicht kaputt ist, tatsächlich erneuert werden? Die Frage stellte Heinz-Georg Zickuhr in den Raum und begründete sein Anliegen.

"Nichts passiert im stillen Kämmerlein."

Margrit Peters bat ihn, das schriftlich im Bauamt einzureichen, damit der Vorschlag überprüft werden könne. Allerdings hatte sie am Beispiel des Fußweges in der Dorfstraße zuvor argumentiert, dass es damals keine gute Idee gewesen sei, die noch intakten Abschnitte zu belassen. Inzwischen seien die nämlich im Gegensatz zum neuen Pflaster kaputt.

Der zweite Bauabschnitt, beginnend ab der B 184, soll noch in diesem Sommer angefangen werden und vor Wintereinbruch beendet sein. Im Vorfeld findet wieder eine Anliegerversammlung statt. Dann hoffen die Betroffenen unter anderem auf Hinweise, wie während der Bauarbeiten die Müllabfuhr klappen soll und wo sie ihre Autos parken können, wenn ihre Grundstücke nicht zu erreichen sind.