Was mit einem bisschen Eigeninitiative zu erreichen ist, stellten in den vergangenen Tagen mehrere Vehlitzer unter Beweis. Eine Mietergemeinschaft brachte einen Zaun auf Vordermann, Edgar Lorbeer strich die Bank am Rastplatz neu.

Vehlitz l Vor dem frischen Anstrich des Mehrfamilienhauses stach der alte Jägerzaun besonders hervor. Zwar hatten ihn eine gute Pflege 40 Jahre alt werden lassen, aber mehr ging nicht mehr.

Dass sie gern einen neuen Zaun vor dem Grundstück hätten, sprach die Mietergemeinschaft mehr als einmal an. Aber in Zeiten knapper Kassen musste der Wunsch immer wieder verschoben werden. Als die Mieter den Zaun gegenüber Ortsbürgermeister Hartmut Specht erneut erwähnten, unterbreitete er einen Vorschlag: Die Wohnungsgesellschaft sollte als Verwalter das Material stellen und die Mieter den neuen Zaun selbst errichten.

Mit dem Vorschlag konnten beide Seiten mitgehen. Für einen neuen Jägerzaun reichte das Geld allerdings nicht. Eine preiswertere Variante aus Draht musste gewählt werden. Hartmut Specht hatte die Rolle Draht schnell nach Zusage der Finanzierung besorgt.

Unter den Mietern wurden die Familien Mahrenholz und Würker aktiv. Hanno Mahrenholz als Rentner begann sofort mit der Vorbereitung und den "Fummelarbeiten". An den Wochenenden kam ihm Jürgen Würker zu Hilfe, der in der Woche auswärts arbeitet. Der alte Zaun wurde abgerissen, jedoch die Zaunpfähle zur Wiederverwendung aufgearbeitet, die alten Anschlüsse abgeflext und neue angebracht.

Die Frauen besorgten Farbe und Iris Würker strich die entrosteten Pfähle schwarz an und setzte als "Krönung" Zementkugeln drauf, die mit Silberbronze gestrichen wurden. Die Männer zogen den Drahtzaun und Hanno Mahrenholz übernahm wieder die zeitintensiven Kleinarbeiten für die letzten Verschönerungen.

Pünktlich zu Ostern wurden sie fertig. Schmuck sieht er aus und die Mieter sind stolz auf ihr Werk. Sie haben auch gleich einen weiteren Vorschlag: Wenn sie die Erlaubnis erhalten, würden sie gern den Metallzaun des Vorgartens neu streichen und natürlich das schwarze Eingangstor auffrischen, das nun gegen den neuen Zaun wiederum alt aussieht.

Die Mietergemeinschaft waren nicht die einzigen, die in letzter Zeit Eigeninitiative in Vehlitz zeigten.

Von ganz allein war Edgar Lorbeer auf die Idee gekommen, die schöne Natur-Holzbank, die zum Rasten am Denkmal einlädt und 2012 für viel Geld angeschafft worden war, neu zu streichen. Bei seinen Spaziergängen hatte er festgestellt, dass dringend ein neuer Anstrich nötig war, damit das Holz nicht verwittert.

Da er die leeren Kassen und die knappen Arbeitskräfte im Grünbereich kennt, griff er zur Eigeninitiative und strich selbst und auf eigenen Kosten die Bank fachmännisch und rechtzeitig zur Kranzniederlegung am vergangenen Wochenende.

"Ein herzliches Dankeschön dafür!", heißt es aus Vehlitz.

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