Burg/Loburg l Es ist eine lange Geschichte, aber keine unendliche. Für die Sekundarschule in Loburg scheint der Kreistag jetzt das letzte Kapitel aufzuschlagen. Überschrift: Wann schließt der Hausmeister für immer die Türen ab?

Landkreis-Vorstand Bernhard Braun sagte kürzlich im Finanzausschuss des Kreistages: "Die Nutzung der Schule ist zeitlich begrenzt. Ein Bescheid des Schulamtes sieht die Schließung zum übernächsten Schuljahr vor."

Landrat Steffen Burchhardt weigert sich, die Verantwortung für erhebliche Sicherheitsmängel am Schulgebäude zu übernehmen: "Es mangelt vor allem am Brandschutz. Wenn der Schulbetrieb dort fortgesetzt werden soll, müssen wir die gravierendsten Mängel abstellen." Burchhardt nannte die Summe von 400000 Euro: "Davon allein 200000 für den Brandschutz."

Erarbeitet hatten beide Schulen ein Konzept als Gemeinschaftsschule mit zwei Standorten. Dieses Konzept sollte den Loburger Standort zumindest mittelfristig erhalten. Doch daraus wird wohl nichts. Derzeit geht die Tendenz dahin, dass Loburg nur ein Schuljahr lang als Möckerns Außenstelle fungieren wird. In Möckern lernen derzeit 189 Schüler, in Loburg 139. Eine Vorgabe der Schulbehörde besagt: Bei zwei Schulen innerhalb einer Gemeinde muss eine 240 Schüler und die andere mindestens 120 Schüler zählen.

Gegen die Vorgaben des Schulamts hat der Landkreis Klage eingereicht. Ziemlich halbherzig. Eine schriftliche Begründung ist noch nicht erfolgt, hieß es im Finanzausschuss des Kreistages. Landrat Burchhardt: "Mit dieser Klage wollten wir lediglich Zeit gewinnen."

Damit ab dem Jahr 2016 auch die neu hinzukommenden Schüler der Loburger Schule in Möckern unterrichtet werden können, soll nach Forderung des Landesschulamtes in die Sekundarschule Möckern investiert werden. Favorit der Kreisverwaltung ist ein neuer Anbau an die Sekundarschule. Dieser Neubau erhält wohl den Vorzug vor der Variante, die alte Grundschule in direkter Nachbarschaft zu nutzen.

2100 Sekundarschüler

Die Stimmung innerhalb des Kreistages zu diesem Thema ist in nur vier Monaten komplett gekippt. "Was hat sich seit November geändert, dass Loburg plötzlich von allen Seiten schlechtgeredet wird. Damals waren alle dafür, den Standort innerhalb einer Gemeinschaftsschule zu erhalten", sagte Andreas Fischer (Wählergemeinschaft Fläming). Nach Meinung von Dr. Peter Randel (Freie Wähle) hat die Geschichte "ein Geschmäckle". Er sagte im Finanzausschuss: "Erst waren alle für den Schulstandort, jetzt scheint jeder Argumente für die Schließung zu suchen. Das wirft kein gutes Licht auf die Kreispolitik." Randel sagte auch: "Auf der einen Seite haben wir 440000 Euro für eine Kreismusikschule übrig, auf der anderen Seite soll kein Geld für eine Schule mit 140 Schülern vorhanden sein."

Michael Bremer (Die Linke) sagte: "Wenn wir in Möckern investieren, beschleunigen wir die Schließung in Loburg."

Helmut Halupka (SPD): "Wir können nicht in Standorte investieren, die keinen Bestand haben. Wir müssen uns durchringen, das Geld in Möckern einzusetzen, um Klarheit zu schaffen."

Laut Schulentwicklungsplan gibt es im Landkreis mehr als 2100 Sekundarschüler in neun Schulen. Größte ist die Burger Clausewitzschule mit 322 Schülern in 16 Klassen. In diesem Ranking folgen sechs Schulen mit mehr als 200 Schülern. Kleinste Schule mit nur sieben Klassen ist Loburg mit 139 Schülern, gefolgt von Möckerns Sekundarschule "Am Park" mit 189 Schülern, die in zehn Klassen unterrichtet werden.