In Gübs ist ein Denkmal entfernt worden. Vor rund drei Wochen wurde der historische Grenzpfeiler abgebaut.

Gübs l Der Grenzpfosten, den ein einstiger junger Gübser, der zur Wendezeit bei Marienborn an der Grenze diente, nach Gübs gebracht hatte, ist auf Anweisung von Ortsbürgermeister Karl Heinz Latz (Freie Wähler) demontiert worden. Latz: "Der Pfeiler sollte vom Bewuchs freigeschnitten werden. Dabei ist der Zerfall des Betons festgestellt worden. Das gab auf dem Dorfplatz keinen guten Blick mehr." Und der Bürgermeister fügte an, dass der Pfeiler sowie so nicht zu Gübs, sondern eher in Grenznähe gepasst habe.

Darüber waren die Gübser Gemeinderäte, die zu Beginn der 90er Jahren die Aufstellung des Grenzpfeilers beschlossen und die Aufnahme dieses Reliktes aus den Zeiten des Kalten Krieges in die amtliche Denkmalsliste verfügten, offenbar anderer Meinung. Andreas Lange kann sich noch erinnern, wie der Rat und Bürgermeister Günter Grau die Aufstellung der Mahnsäule zur Erinnerung an die deutsche Teilung, betrieben hatten.

Der Biederitzer Gemeindeverwaltung ist die Demontage vor wenigen Tagen bekannt gemacht worden. Bürgermeister Kay Gericke (SPD) sagte, dass man den Vorfall an den Landkreis weitergegeben habe. Sonst frage Herr Latz nach jeder Angelegenheit nach, fügt er an. Hier aber habe er seine Kompetenzen überschritten.

Das Strafgesetzbuch sieht in Fällen von Denkmal-Manipulationen Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren oder Geldstrafen vor.

Offenbar ist der Pfeiler auf der Deponie bei Körbelitz bereits geschreddert worden. Jedoch, so die Informationen von gestern, soll der Pfeiler niemanden besonders aufgefallen sein.

Bürgermeister Kay Gericke indes ist erbost. Denkmale muss man erhalten oder eben reparieren, wie es mit dem Adler in Gerwisch auch geschehen ist.

Das weitere Handeln wird die Biederitzer Gemeindeverwaltung mit dem Landkreis Jerichower Land abstimmen.

 

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